Wohlfahrtsliga fordert vom Land mehr Geld für Ausbildung

In der Altenpflege wird Personal knapp

Hersfeld-Rotenburg. Wie kaum eine andere Branche ist die Pflege von Personalmangel bedroht. Nach Berechnungen des Hessischen Pflegemonitors gibt es einen dramatischen personellen Erweiterungsbedarf in den Altenpflegeberufen. Der demografische Wandel und eine älter werdende Gesellschaft führen dazu, dass bis 2020 in Hessen 3000 zusätzliche Altenpflegekräfte benötigt werden.

Die Landesregierung ist jedoch nicht dazu bereit, in die Ausbildung von Altenpflegern entsprechend zu investieren. Im Gegenteil: Die Zahl der Ausbildungsplätze ist in Hessen auf 4000 beschränkt. 3750 Plätze finanziert das Sozialministerium mit durchschnittlich 320 Euro pro Monat, weitere 250 Plätze werden von der Bundeagentur für Arbeit bezahlt.

Beschränkung „widersinnig“

Gegen diese Deckelung protestiert die Liga der Freien Wohlfahrtsträger. Um dem steigenden Bedarf an Pflegekräften gerecht zu werden, müsse die „widersinnige“ Beschränkung der Ausbildungsplätze aufgehoben werden, sagt Michael Schmidt, Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Nordhessen, die der größte Träger von Altenhilfeschulen in Nordhessen ist: „Wir müssen jeden jungen Menschen, der sich für einen Pflegeberuf entscheidet, mitnehmen können und eine große Zahl dazugewinnen.“

Dass das nicht genügend sind, liege am Image des Berufs, weiß auch Jürgen Giersberg vom Zentralen Fachbereichsservice der Kreisverwaltung in Bad Hersfeld. „Es ist nicht einfach, gute Fachkräfte zu bekommen“, weiß er. „Der Beruf ist einfach nicht attraktiv genug.“

Zurzeit arbeiten nach Angaben des Hessischen Statistischen Landesamts 18 940 Menschen in ambulanten und 40 236 in stationären Pflegeeinrichtungen - in Berufen, die stark von Fluktuation betroffen sind. HINTERGRUND ZUM TAGE, 2. SEITE

Von Christina Hein

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