Bedarf an Personal steigt – Qualität der Bewerber nimmt ab

Altenpflege: Nachwuchs wird dringend gesucht

Hersfeld-Rotenburg. Die Zahl der Altenpflegeeinrichtungen im Landkreis nimmt zu und mit ihr der Bedarf an Altenpflegern und Altenpflegerinnen. Wurden im Kreisgebiet im vergangenen Jahr noch rund 270 Pflegekräfte benötigt, wird die Nachfrage 2015 voraussichtlich auf etwa 300, in zehn Jahren sogar auf etwa 325 Kräfte angewachsen sein. Das geht aus dem Pflegemonitor des Hessischen Sozialministeriums hervor.

Ob dem gesteigerten Bedarf ausreichend qualifiziertes Personal gegenüberstehen wird, ist fraglich. Bereits jetzt sei ein Fachkräftemangel an examinierten Altenpflegern deutlich spürbar, bestätigt Melanie Bonacker, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld. Im Januar dieses Jahres seien im Landkreis 22 offene Stellen für Altenpfleger gemeldet gewesen. Zwar stünden denen auch 22 Bewerber gegenüber, diese passten jedoch nicht immer zu den Stellen. Problematisch seien bei der Besetzung häufig Vorstellungen hinsichtlich der Arbeitszeit, gesundheitliche Einschränkungen der Bewerber oder deren zu geringe fachliche Qualifikation.

Am Willen, die nötige Qualifikation zu erwerben, mangelt es an den Altenpflegeschulen im Kreis grundsätzlich nicht. Das Interesse an sich nehme nicht ab, meint Corinna Brandau, Leiterin der Rotenburger Altenpflegeschule des Evangelischen Diakonievereins, dafür aber die Zahl der Bewerber und die Qualität der Bewerbungen.

Diesen Trend sieht auch die Schulleiterin der Hersfelder Einrichtung „Die Schule“, Doris Hoffmann. „Bei uns ist die Bewerbungslage derzeit noch gut, von Schulleitern aus anderen Landkreisen weiß ich aber, dass es dort häufig nicht mehr genug geeignete Bewerber gibt“, so Hoffmann. Bemerkbar machten sich in diesem Zusammenhang vor allem die geburtenschwachen Jahrgänge Anfang der 90-er Jahre, aus denen nun deutlich weniger Schulabgänger hervorgehen.

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Von Kristina Marth

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