Ehemalige Zuse-Mitarbeiter trafen sich – Erinnerungen aus Neukirchen und Hersfeld

Alte Zeiten lebten auf

Gruppenbild der Zuseaner vor dem Kolpinghaus. Foto: Gallwitz

Hünfeld. Nun schon zum siebten Mal kamen ehemalige Mitarbeiter der Zuse KG zusammen, um sich über alte Zeiten zu unterhalten, Vorträgen zu lauschen und einen gemeinsamen Tag in Hünfeld zu verbringen.

Solche Treffen seien wichtig, um die wissenschaftlichen und technologischen Hinterlassenschaften Konrad Zuses zu bewahren, unterstrich Hünfelds Bürgermeister Stefan Schwenk (CDU) in seinem Grußwort im Kolpinghaus. Schwenk stellte den Entwickler der ersten vollautomatischen Rechenmaschine in eine Reihe mit anderen großen Erfindern wie Conrad Röntgen und Carl Benz.

Für die Standorte der Zuse-Werke sprach zunächst Almuth Freifrau von Campenhausen, die Erste Beigeordnete Haunetals, denn in Neukirchen stand von 1949 bis 1957 die erste Produktionsstätte. Noch heute schwärmten alte Mitarbeiter von dieser Zeit.

Im Namen des Bad Hersfelder Bürgermeisters Thomas Fehling erinnerte Lothar Seitz an die Zuse-Zeit in der Lullusstadt, die 1967 mit der Übernahme des Unternehmens durch Siemens endete. Der Einfluss Zuses sei bis heute in der Stadt zu spüren. Zudem gebe es eine denkmalgeschützte Werkhalle und eine noch funktionierende Z 22.

Prof. Dr. Wolfgang Karl, der Vorsitzende der Konrad-Zuse Gesellschaft, erinnerte an den Zweck des Zusammenschlusses: Die Arbeit Zuses an die Öffentlichkeit zu tragen und auch der Jugend darzulegen. Dies gelinge der Gesellschaft beispielsweise auch durch die Verleihung zweier Zuse-Sonderpreise im Rahmen des Wettbewerbs „Jugend forscht“.

Das letzte Grußwort sprach Professor Dr. Hermann Flessner, der damals Kunde der Zuse KG war und darüber berichten konnte, wie intensiv man sich um die Nutzer der Maschinen gekümmert habe.

Anschließend berichtete Professor Dr. Horst Zuse über das Leben seines Vaters. Dabei erzählte er auch so manche kleine Anekdote und zeigte auch private Fotos und Filme, wodurch den Zuhörern die Person Konrad Zuse noch zugänglicher gemacht wurde.

Nach dem offiziellen Programm war Zeit für Gespräche – und einen Besuch des Zuse-Museums. Beim Gaalbernfest konnten die Besucher den Tag ausklingen lassen.

Ob es in Zukunft noch weitere Treffen ehemaliger Zuseaner geben wird, ist aus Altersgründen ungewiss, wie Dieter Ostermeier aus Neukirchen zu Bedenken gibt. (gall)

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