Bad Hersfelder Festspiele 2012: Heute feiert „Ewig jung“ Premiere im Innenhof des Schlosses Eichhof

Alt, aber kein bisschen leise

Machen das Seniorenheim zu ihrer Bühne: Hans-Christian Seeger (als Herr Seeger), Franziska Becker (als Frau Becker), Frank Jordan (als Herr Jordan), Maddalena Noemi Hirschal (als Frau Hirschal) und Stephan Ullrich (als Herr Ullrich, von links) in „Ewig jung“. Foto: Iko Freese/drama-berlin

Bad Hersfeld. Der Lauf der Zeit verschont niemanden, auch Schauspieler nicht. Das Stück „Ewig jung“, das heute Abend Premiere hat, versetzt sechs Darsteller der 62. Bad Hersfelder Festspiele in das Jahr 2050.

Die Festspiele gehen auf das 100. Jahr zu, Aushängeschild Volker Lechtenbrink hat längst das Zeitliche gesegnet, ebenso wie Intendant Holk Freytag. Das Schloss Eichhof ist inzwischen eine Seniorenresidenz, wobei Residenz viel zu nobel klingt.

Dort leben jedenfalls Herr Ullrich (Stephan Ullrich), Frau Hirschal (Maddalene Noemi Hirschal), Herr Seeger (Hans-Christian Seeger), Frau Becker (Franziska Becker) und Herr Mahn (Thomas Mahn), die 80 oder 90 Jahre haben sie alle überschritten.

Ihr fortgeschrittenes Alter führt ihnen schmerzlich die jüngere Schwester Iris Stefanie vor Augen (Iris Stefanie Maier).

Strenge Schwester

Die versucht die alten, aber längst nicht vergreisten, Eichhof-Bewohner mit vermeintlich seniorengerechten Liedern zum Mitklatschen zu beglücken – und lässt dabei auch Themen rund um den Tod und die Bestattung nicht aus.

Runterziehen lassen sich die Senioren davon aber nicht. Sobald die strenge Schwester fort ist, machen die alternden Schauspieler den Eichhof zu ihrer Bühne. In Erinnerung an vergangene Zeiten werden die Texte ehemals verkörperter Rollen zitiert und es wird vor allem gesungen. Ob Nirvana Bee Gees, Bob Marley oder Gloria Gaynor, nichts ist vor den die Residenz rockenden Senioren sicher.

Regie bei „Ewig jung“ führt Hans-Christian Seeger, der selbst auch als Schauspieler dabei ist und wie seine Kollegen und Kolleginnen kaum wiederzuerkennen ist. Als „Fest für Schauspieler und Maskenbildner“ wird das Stück in diesem Sinne von den Machern angekündigt.

Der Autor Erik Gedeon nennt „Ewig jung“ selbst ein Songdrama. Und gesungen wird in der Tat ziemlich viel und ziemlich gut – so viel darf verraten werden – ein Drama ist das Stück aber zumindest an der Oberfläche eigentlich nicht. Ein „Schauspiel voller bissigem Witz, schwarzem Humor und mitreißenden Songs“ soll „Ewig jung“ sein, darauf darf sich das Publikum freuen.

Die Premiere von „Ewig jung“ findet heute Abend um 20.30 Uhr am Schloss Eichhof statt und ist ausverkauft. Auch für die weiteren Aufführungen gibt es keine Karten mehr.

Von Nadine Maaz

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