Vorstand des Sängerkreises Hersfeld zieht Jahresbilanz

Es ist also möglich

Geehrte und Ehrende (hinten rechts der Kreisvorsitzende des Sängerkreises Hersfeld Helmut Großenbach und links Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt)

Neukirchen. Gastgeber für den Kreissängertag 2011 war in diesem Jahr der Männergesangverein 1906 Neukirchen. Bei dieser Gelegenheit hob die Erste Beigeordnete der Marktgemeinde Haunetal Hildegard Stuckhardt die wichtige Aufgabe, die die Chöre haben, hervor und lobte deren Einsatz im Hinblick auf die Pflege eines überaus wichtigen Kulturgutes.

Dem schloss sich Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt an und bemerkte, dass Musik alle Lebensbereiche begleite, doch leider sei der demografische Wandel auch hier spürbar und bringe Veränderungen mit sich, die als Herausforderung gesehen werden müssen.

Dass hier aktiv gearbeitet werde, stellte der Vizepräsident des Mitteldeutschen Sängerbundes Erwin Haas fest. Und trotz aller Unkenrufe sei er optimistisch. Es werde ganz sicher weitergehen.

Sein besonderer Dank galt Andreas Bogatzki, der in seiner Eigenschaft als stellvertretender Kreisvorsitzender bereits nach dreimonatiger Amtszeit Helmut Großenbach, der ausgefallen war, in allen Geschäften vertreten musste und dies mit besonderem Fleiß und überaus zufriedenstellend geleistet habe. Bogatzki, der zwei Chöre leitet, erhielt für seinen Einsatz das Sonderehrenzeichen in Gold.

„Es ist also möglich, auch junge Menschen für den Chorgesang zu begeistern.“ Das stelle er bei seinen vielfältigen Begegnungen auch außerhalb des Sängerkreises Hersfeld immer wieder fest, erklärte der Kreisvorsitzende des Sängerkreises Hersfeld Helmut Großenbach in seinem Jahresbericht. In Chören, die sich Neuem gegenüber öffnen, seien auch junge und jüngere Menschen zu finden.

Eine Problematik allerdings bleibe: Für die Vorstandsarbeit könne sich niemand so recht erwärmen. Er werde nun entgegen seinem ursprünglichen Vorhaben noch eine Periode lang den ersten Vorsitz übernehmen, dies sei aber definitiv die letzte.

Gegenprogramm

Singen sei das Gegenprogramm zum Verlust sozialer Zusammenhänge in einer Zeit, die geprägt sei von zunehmender sozialer Verödung und einem wachsenden Angebot fragwürdiger kultureller Verlockungen, betonte Kreischorleiter Ulli Meiß. Das Gegenprogramm dazu sei Singen. Damit schaffe man soziale Gemeinschaft und bewahre wertvolles Kulturgut, anstatt Opfer der medialen Verflachung zu werden.

Dem Sängerkreis Hersfeld seien zurzeit 29 Männer-, 12 Frauen-, 26 gemischte und 3 Kinder- bzw. Jugendchöre angeschlossen. Schließlich erinnerte Meiß an die anstehenden Weiterbildungsmöglichkeiten und bat um deren Nutzung.

Herbert Philippent, verdientes Vorstandsmitglied und Schatzmeister, stellte sich nach 15 Jahren Amtszeit aus gesundheitlichen Gründen nicht wieder zur Wahl. Er beklagte den Mitgliederrückgang, der trotz des relativ hohen Werbeaufwands wohl nicht aufzuhalten sei, und bedankte sich für die überaus harmonische Zusammenarbeit.

Zum Abschluss empfahl Helmut Großenbach dringend die Bildung eines Ausschusses, der sich mit der Suche nach neuen Vorstandsmitgliedern befassen solle, und stellte vom Rednerpult aus die Frage, ob sich vielleicht jemand von den anwesenden Delegierten zumindest für diese Aufgabe zur Verfügung stelle.

Die Menschen im Saal reagierten darauf überaus zurückhaltend, und der Kreisvorsitzende stellte resignierend fest, dass sich offensichtlich noch nicht einmal für diesen Ausschuss jemand finden lasse.

Von Elfriede Jeuthner

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