Beim künftigen Hersfeld-Pass soll die Sozialcard „huckepack“ mitgenommen werden

Die Alleskönner-Karte

So könnte sie aussehen, die neue Alleskönner-Karte aus Bad Hersfeld. Markus Heide (links) vom städtischen Fachbereich Kultur, Sport, Soziales stellte die Möglichkeiten des System jetzt im Sozialausschuss vor. Rechts im Bild dessen Vorsitzender Thomas Klessa. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Ursprünglich ging es nur darum, die bislang wenig populäre Sozialcard der Stadt Bad Hersfeld mit attraktiveren Möglichkeiten auszustatten und sicherzustellen, dass ihre Nutzer nicht als bedürftig bloßgestellt werden. Herausgekommen ist nach monatelangen Überlegungen jedoch eine Art Alleskönner-Karte, in der die Funktion der Sozialcard nur noch eine von vielen ist.

„Die neue Karte könnte ein Marketinginstrument für die Stadt sein,“ sagte Bürgermeister Thomas Fehling jetzt im Stadtverordneten-Ausschuss für Soziales und Sport, in dem das künftige Kartensystem vorgestellt wurde.

Demnach will sich die Stadt mit ihren Karten-Funktionalitäten an das Stück Plastik ankoppeln, das fast jeder schon im Portemonnaie hat: die Girokarte, die frühere EC-Karte. Technisch sei es heute kein Problem mehr, auf deren Chip all das aufzuspielen, was die Kommune oder ein Unternehmen Nutzern oder Kunden ermöglichen will.

Soll heißen: Wer seine Girokarte entsprechend erweitert, der kann sie künftig als Hersfeld-Card für den verbilligten Kauf von Festspielkarten und Parkplatz-Tickets oder beim Eintritt ins Schwimmbad benutzen, als Kundenkarte für das Kaufhaus seiner Wahl oder eben auch – bei entsprechender Berechtigung – als Sozialcard.

Neutrale Anzeige

Gelesen wird die Karte in passend programmierten Terminals, die die vorgenommene Buchung neutral anzeigen. Dass der Eigentümer einer Sozialcard in Wirklichkeit nicht den vollen Preis bezahlt, erfährt dabei niemand. „Das wird im Hintergrund, also nicht sichtbar verrechnet,“ machte der Bürgermeister deutlich.

Kein Karten-Austausch

Im Prinzip kann jede bereits vorhandene Girokarte mit den erweiterten Funktionen ausgerüstet werden. Es findet also kein Karten-Austausch Alt gegen Neu statt.

Nur in den Fällen, wo keine Girokarte vorhanden ist, würde die Stadt eine eigene Hersfeld-Card ausgeben – allerdings ohne die Funktionen für ein Bankkonto. Darüber hinaus würde die Stadt laut Fehling auch den Einrichtungen unter die Arme greifen, die sich ein Kartenlesegerät extra anschaffen müssten.

Auch für Kurgäste und Touristen sei das System interessant, berichtete Fehling weiter, weil gegen Entrichtung der Kurtaxe entsprechende Leistungen auf die Karte gebucht werden könnten. Als Beispiele nannte er eine bestimmte Anzahl von Gratis-Besuchen in der Kurbad-Therme oder ermäßigte Eintrittspreise bei Veranstaltungen.

Einstimmig dafür

Von den Ausschussmitgliedern holten sich der Bürgermeister und seine Mitarbeiter im städtischen Fachbereich Kultur, Sport, Soziales jetzt die Zustimmung, dieses System weiter auszuarbeiten. Die gab es einstimmig.

Darüber hinaus herrschte Einigkeit darüber, dass zur Finanzierung auch Geld verwendet werden darf, das eigentlich für die Sozialcard in den Haushalt 2011 eingestellt worden war.

Von Karl Schönholtz

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