Alles wird gut

Karl Schönholtz

So viel Einigkeit war selten: Drei Premieren sind über die Bühne der Stiftsruine gegangen, und dreimal war im Publikum die Begeisterung über das Erlebte förmlich mit Händen zu greifen. Holk Freytags glockenklar herausgearbeitete Inszenierung von Schillers „Maria Stuart“, das urkomisch-grellbunte Familienmusical „Don Quijote“ und zuletzt Stefan Hubers starbesetztes „Kiss me, Kate“-Vergnügen: so unterhaltsam und qualitätsvoll stellen sich die Hersfelder ihre Festspiele vor.

Aber genau deswegen denke ich auch eine Woche später noch an die trostlose Eröffnung. Der Trauermarsch der Ehrengäste vom Rathaus zur Stiftsruine, leere Wege und Plätze vor und nach dem Festakt, von Festspielstimmung keine Spur: Das aus Kostengründen abgesagte Theaterfestival wurde schmerzlich vermisst. Das soll im kommenden Jahr nicht wieder passieren, das haben mittlerweile auch Bürgermeister Thomas Fehling und der Magistrat erkannt. Das ehrt die hohen Damen und Herren, doch besser wäre es natürlich gewesen, wenn man das Thema im Vorfeld der Eröffnung zur Sprache gebracht hätte und zwar so rechtzeitig, dass eine Reaktion noch möglich gewesen wäre.

Wenn im Bad Hersfelder Amtsgericht im großen Sitzungssaal verhandelt wird, dann ist es meist Glückssache, ob das Gesagte auch verstanden wird – von wem auch immer. Das liegt nicht etwa an der Aufmerksamkeit der Zuhörer, sondern an der miserablen Akustik. Wäre der Architekt nicht schon verstorben, müsste man ihm heute noch für dieses schlechte Arbeit den Prozess machen, denn eine ordentliche Akustik gehört ja wohl zu den funktionalen Voraussetzungen in einem solchen Raum. Das Leiden von Richtern, Anwälten, Pressevertretern und Publikum soll jedoch bald ein Ende haben: Nachdem sie diese Woche selbst wieder Schwierigkeiten hatte, einen leise sprechenden Angeklagten zu verstehen, kündigte Amtsgerichtsdirektorin Michaela Kilian-Bock an, dass im August endlich Abhilfe geschaffen wird. Auf dass auch das der Wahrheitsfindung diene!

Und noch einmal Festspiele: Da gab es hinter den Kulissen schon seit Wochen immer wieder Ärger um ein Ensemblemitglied des Musicals. Die portugiesische Tänzerin wurde per Pressemitteilungen aus dubioser Quelle unlauterer Geschäftsmethoden bezichtigt. Dahinter steckte wohl ein früherer Partner, von dem sie sich im Unfrieden getrennt hatte.

Das alles ist jetzt geklärt: Das Landgericht in Hamburg, so teilte der Anwalt der Künstlerin mit, hat dem Urheber dieser Vorwürfe per einstweiliger Verfügung Einhalt geboten.

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