Neue Regelung bei den Untersuchungen der privaten Entwässerungsanlagen

Alles in städtischer Hand

Der städtische Abwasserbetrieb kümmert sich jetzt um die Untersuchung der gesamten Zuleitung. Zeichnung: Abwasserbetrieb

Bad Hersfeld. Bei der bevorstehenden erstmaligen Erfassung und Dichtigkeitsüberprüfung der Zuleitungskanäle zur städtischen Abwasser-Sammelleitung gibt es eine wichtige Änderung: Der Abwasserbetrieb der Stadt Bad Hersfeld wird entgegen früherer Handhabe die gesamte Entwässerungsanlage von einer Fachfirma untersuchen lassen und nicht mehr zwischen dem privaten und dem öffentlichen Teil des Zuleitungskanals unterscheiden.

Diese neue Regelung – möglich geworden durch die neue Fassung der Abwassereigenkontrollverordnung (EKVO) des Landes Hessen und die am 23. Februar 2011 in Kraft getretene Anpassung der Entwässerungssatzung (EWS) – erspart es Grundstückseigentümern, „ihren“ Abschnitt des Zuleitungskanals ab Grundstücksgrenze selbst überprüfen zu lassen und das Ergebnis gegenüber dem Abwasserbetrieb zu dokumentieren. Sofern der Zuleitungskanal in Ordnung ist, ergeben sich für die Grundstückseigentümer keine Folgemaßnahmen.

Nicht erspart bleiben den Grundstückseigentümern die Kosten, die entsprechend des Aufwands für den gesamten Zuleitungskanal individuell über einen Bescheid des Abwasserbetriebes abgerechnet werden.

Die Kosten werden voraussichtlich je nach Erhaltungszustand, Länge oder Zugänglichkeit des Zuleitungskanals unterschiedlich hoch sein. Die Grundstückseigentümer können durch ihre Mithilfe dazu beitragen, den Aufwand für die Erfassung und Untersuchung geringer zu halten

Der Abwasserbetrieb ist aufgrund von rechtlichen Fristvorgaben gezwungen, das gesamte städtische Entwässerungssystem bis Ende des Jahres 2024 zu untersuchen. Er teilt dabei das Gesamtuntersuchungsgebiet in Jahresabschnitte auf, innerhalb derer alle Kanäle und Leitungen zu untersuchen sind.

In den Jahren 2010 und 2011 waren und sind die Stadtteile Kohlhausen, Beiershausen und Asbach an der Reihe. Für die drei Stadtteile ist die Firma Müller Kanal-Service aus Witzenhausen beauftragt. Ab dem zweiten Halbjahr 2011 werden die Stadtteile Allmershausen und Heenes untersucht, da sie im Wasserschutzgebiet liegen.

Für die Grundstückseigentümer in Kohlhausen und Beiershausen, in deren Bereich die allgemeine Untersuchung bereits abgeschlossen ist, greift jedoch noch die alte Regelung der EWS: Falls sie ihren privaten Teil des Zuleitungskanals noch nicht erfassen und untersuchen ließen, müssen sie dies nun dringend nachholen. Die Asbacher Grundstückseigentümer werden demnächst abschnittsweise angeschrieben und detailliert informiert.

Von Karl Schönholtz

Kommentare