Mitgliederausstellung des Kunstvereins zum Thema „Rad der Zeit“ in Galerie im Stift

Alles hat seine Stunde

Eine der eindrucksvollsten Arbeiten aus der Mitgliederausstellung des Kunstvereins, die am Sonntag in der Galerie im Stift eröffnet wurde. Sie stammt von Ute Henkel, die ein Zitat von Sören Kierkegaard als Titel gewählt hat: „Verstehen kann man das Leben nur rückwärts – Leben muss man vorwärts.“ Fotos:  Zacharias

Bad Hersfeld. Die Mitgliederausstellungen des Kunstvereins gehören zu den künstlerischen Höhepunkten im Ausstellungsjahr in Bad Hersfeld, zeigt sich hier doch die kreative Vielfalt, mit der die Künstlerinnen und Künstler sich einem Thema annähern. In diesem Jahr haben sie für die Ausstellung, die am Sonntag im Kapitelsaal der Galerie im Stift eröffnet wurde, das Motto „Rad der Zeit“ gewählt.

Farbenfrohe Spirale

Wie immer zeigt die Ausstellung ganz unterschiedliche Herangehensweisen an das Thema. Mehrere Künstler haben sich ganz direkt mit dem Thema „Rad“ auseinandergesetzt. Da gibt es zum Beispiel eine farbenfrohe Spirale aus Stoffapplikationen von Hannelore Zier mit dem Titel „Wandel und Wiederkehr“ oder verschiedene kreisförmige Gemälde, die an Mandalas erinnern, von Agnes Ehlers. Margot Knüpfer hat dagegen ein altes Fahrrad vor einem verfallenden Gebäude in kräftigen Orange- und Rosttönen als Motiv gewählt. Den Wandel der Jahreszeiten hat Gerhard Kimpel zum Thema gemacht.

„Heiter und Zeitlos“ hat Danuta Golonka ihr Objekt aus Pappmaché, das ein wenig aussieht, wie ein Engel auf einem Fahrrad, genannt. Eva Savci-Janssen zeigt Siegfried Heinrich am Flügel unter dem Titel „Ach Herr, lass dein lieb Engelein ...“ Es gibt Raku-Keramiken von Georg Hofmann, ein Objekt aus verschiedenen Uhren mit Wolle auf schwarzen Platten von Maria Wieczorek, eine imposante Berglandschaft von Helga Schulze, eine tanzende Spirale von Manfred Schiefer und zahlreiche Arbeiten, die sich mit dem Gestern und Heute, mit Wandel und Vergänglichkeit auseinandersetzen.

Stadträtin Birgit zum Winkel, die die Ausstellungen des Kunstvereins schon seit vielen Jahren begleitet, hat, so sagte sie zur Eröffnung, des Eindruck, dass der Kunstverein nun erwachsen geworden sei. Sie wünscht sich jedoch mehr Unterstützung und mehr Resonanz aus der Bevölkerung.

Für die Unterstützung der Stadt bedankte sich die Vorsitzende des Kunstvereins, Maria Wieczorek. „Wir hoffen für die Zukunft, dass das Museum erhalten bleibt und dass wir die Räume weiter benutzen dürfen“, sagte sie.

Von verschiedenen Stellen im Raum aus trugen Mitglieder des Kunstvereins den Bibeltext „Alles hat seine Stunde“ aus dem Buch Kohelet vor.

Eine Reise durch die Zeit bot auch das musikalische Rahmenprogramm. Die Gruppe Voice & More, mit Ute Scharenberg (Flöte), Monika Rosenthal (Gesang) und Holger Reuning (‘Gitarre) spielte zum Auftakt ein Lied aus der Renaissance und dann eine Vertong Reunings des Gedichtes „To a child dancing in the wind“ von William Butler Yeats. Lukas Edler setzte dazu Kontraste mit selbst komponierter elektronischer Musik.

Die Ausstellung ist bis zum 23. Februar täglich außer montags von 10 bis 12 und von 15 bis 17 Uhr in der Galerie im Stift zu sehen. Am kommenden Sonntag, 12. Januar, beginnt um 14.30 Uhr ein geführter Rundgang durch die Ausstellung, bei dem die Künstler ihre Werke erklären.

Von Christine Zacharias

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