Vitalisklinik setzt mit Partnern auf ein umfassendes Konzept zur Viszeral-Medizin

Alles rund um den Bauch

Vitale Truppe auf dem Weg zur Pressekonferenz: Aufsichtsratschef Dr. Rolf Göbel, Geschäftsführer Hans-Wilhelm Saal, Ärztlicher Direktor Dr. Michael Keymling und Günter Exner, stellvertretender Aufsichtsratschef (von rechts nach links). Foto: Kai Struthoff

Bad Hersfeld. „Die Vitalisklinik ist konkurrenzfähig und schlagkräftig“, sagt der Ärztliche Direktor des Rehabilitationszentrums Dr. Michael Keymling. Bei der gegenwärtigen Diskussion um die Klinik gehe es auch um den ganzen Gesundheitsstandort. „Diese tragende Säule der hiesigen Wirtschaft müssen wir weiterentwickeln“, mahnt er.

Oberstes Ziel bei der Übernahme der Vitalisklinik sei es daher gewesen, deren fachliches Profil zu schärfen und in Randbereichen auszuweiten. Weil das Haus in Sachen Adipositas (Fettleibigkeit) bereits führend gewesen sei, habe man sich nun auch auf Nebenerkrankungen wie etwa Diabetes spezialisiert und ist auch dafür inzwischen eine Fachklinik. Auch das psychosomatische Profil, etwa im Bereich der Schmerztherapie, konnte erweitert werden. Zudem bietet die Klinik spezielle Konzepte zur Kinderbetreuung an, weil viele Patienten Alleinerziehende sind. „All das wird stark nachgefragt“, freut sich Keymling über die steigende Zahl der Zuweisungen.

Die Klinik habe inzwischen Alleinstellungsmerkmale erworben und medizinische Netzwerke aufgebaut. Vor diesem Hintergrund sei es für die Klinik wichtig, Belegbetten anzubieten, um auch Akutkranke vor Ort behandeln zu können, die bislang ins Klinikum verlegt werden. Dies müsse natürlich in enger Abstimmung mit dem Klinikum erfolgen. „Von der Prophylaxe bis zur Reha haben wir das komplette Angebot vor Ort und können auch frisch-operierte Patienten aufnehmen, die anderswo abgelehnt werden.“ Ziel sei daher, beide Häuser zu einem viszeral-medizinischen Zentrum auszubauen. (Viszeral = Eingeweide).

Kein Geschmäckle

Keymling verteidigte die Entscheidung, Ärzten aus dem benachbarten St. Elisabeth-Krankenhaus, das geschlossen werden soll, Belegbetten in der Vitalisklinik angeboten zu haben. Dazu habe man mit allen ehemaligen Belegärzten des Elisabeth-Krankenhauses gesprochen, wobei Operateure nicht ins Konzept der Vitalisklinik passten. Die Hinzunahme von Belegbetten sei vom Krankenversicherer genehmigt und werde streng „von Tisch und Bett getrennt“.

Vor allem Dr. Thomas Handke passe als Diabetologe hundertprozentig ins Konzept. „Das hat kein Geschmäckle“, sagte Keymling und wies damit den von einigen Parlamentariern erhobenen Vorwurf, Handke werde als SPD-Stadtverordneter bevorzugt, zurück.

Von Kai A. Struthoff

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