Hochzeit, Buch, Arztbesuch: Buntes Programm beim Zwergpinschertreffen am Ponyhof

Alles für die Pinscher

Umzingelt: Jutta Steinwitz bei der „Raubtierfütterung“ ihrer Pinscher. Fotos: Knoth

Bad Hersfeld. Es hat nur so von Tieren gewimmelt in der Reithalle am Ponyhof Wehneberg. Bei den Vierbeinern handelte es sich allerdings nicht um Pferde. Kaum so groß wie Katzen waren die Hunde, die mit ihren Herrchen und Frauchen zum jährlichen Treffen erschienen waren. Ganz klar: Zwergpinscher.

Doch das Zusammentreffen diente nicht etwa der Eitelkeit. Statt eines Schönheitswettbewerbes stand schon zum fünften Mal die Gesundheit der Hunde im Mittelpunkt. Die Hersfelder Tierärztin Dr. Antje Fey-Spengler untersuchte die Gelenke der putzigen Pinscher. Dr. Olaf Wappler reiste mit einem mobilen Augenstudio aus Hessisch Lichtenau an.

Züchterin Jutta Steinwitz, die das jährliche Treffen organisierte, hat selbst zehn Hunde. „Meine älteste Hündin ist schon 18 Jahre alt“, erklärte sie stolz. „Unser Treffen ist für mich wie eine kleine Familienfeier. Ich freue mich, viele meiner Hunde wieder einmal zu sehen. Die Hundehalter reisen dazu aus ganz Deutschland an, einige sogar aus der Schweiz“, sagte sie weiter. Sandra Calin ist mit ihrem Jerry aus der Nähe von München angereist. „Wie bei allen Hunden ist das Verhalten Erziehungssache. Auch Pinscher sind keinesfalls pauschal zickig“, erklärte sie. „Jerry schmust gern und ist extrem anhänglich. Er ist ein richtiger kleiner Pattex-Pinscher.“

Dass es über Zwergpinscher praktisch keine Literatur gebe, bedauerte Calin sehr. „Selbst im Internet findet man nur wenige Informationen“, beschwerte sie sich. Das Zwergpinscher-Forum, das Jutta Steinwitz betreibt, sei deshalb eine große Hilfe für die Halter der kleinen Hunde. „Ich bin heute zum ersten Mal beim Treffen dabei, aber viele Leute hier kenne ich schon aus dem Forum“, sagte sie erfreut. Dem Missstand in Sachen Pinscherliteratur ist nun Abhilfe geschaffen. Beim Treffen stellte Steinwitz ihr Buch über Zwergpinscher vor. „Es ist das erste deutschsprachige Buch über diese Rasse“, erklärte sie stolz.

Trotz der über den Tag hin stetig steigenden Zahl der tierischen Besucher, verlief die Veranstaltung relativ friedlich. Das anhaltende Bellen, das man von kleineren Hunderassen erwarten würde, blieb aus. Nur die großen Pferde, die hin und wieder vorbeigeführt werden, waren den kleinen Vierbeinern nicht ganz geheuer.

Schon seit vier Jahren sind Biggi und Frank Russok aus Bottrop bei den Treffen dabei. Dass ihre Hündin Jeannie ein Labrador ist, findet Frank „nicht kontraproduktiv für unsere Freundschaft mit Jutta Steinwitz“. Da sie das jährliche Pinschertreffen „nicht mehr missen möchten“, wie Biggi erklärte, gaben sie sich tags zuvor nicht etwa zu Hause in Bottrop, sondern am Schloss Eichhof das Ja-Wort. „Wäre es heute nicht so kalt, dann hätte ich nochmal mein Hochzeitskleid angezogen“, sagte Biggi schmunzelnd.

Von Carmen Knoth

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