Das Gourmet-Restaurant „L’étable“ hat einen neuen Küchenchef

Alles muss stimmen

Ein Sößchen für den Chef: Patrick Spies bedient Hotelier Achim Kniese.

Bad Hersfeld. Für die Feinschmecker in Bad Hersfeld und Umgebung ist die Zeit des Darbens vorbei. Nicht, dass sie in den vergangenen Monaten aus den waldhessischen Restaurantküchen gar nichts Gutes zu essen bekommen hätte, doch der Platz an der Spitze war seit dem Abschied von Benedikt Faust aus dem Gourmetrestaurant „L’étable“ verwaist.

Doch jetzt ist Patrick Spies da. Genauso gut wie Faust, genauso hoch dekoriert von den Kritikern der Feinschmecker-Führer Michelin und Gault Millau. Und doch ist Patrick Spies ganz anders.

Schwellenangst nehmen

Denn Spies ist angetreten, seinen Gästen die Schwellenangst zu nehmen, die manchen vor der Tür eines „Gourmet-Tempels“ beschleicht. „Ich will über meinen Küchenstil auf meine Gäste eingehen und nicht zu kompliziert kochen,“ verspricht der 31-Jährige. Spies kocht nach eigenem Verständnis „klassisch, selbstverständlich zeitgemäß interpretiert“. Das liest sich auf der Karte beispielsweise so: „Bretonische Rotbarbe – Eisenkraut, Artischocke, Tomate Anchovis“.

Zudem macht Spies einen gewissen „Heimvorteil“ geltend. „Ich kenne die Mentalität der Leute“, sagt der gebürtige Leimbacher, der in der Gemeinde Eiterfeld aufgewachsen ist und seinen Beruf im „Goldenen Karpfen“ in Fulda erlernt hat. Und Spies sagt ganz offen: „Mein Ziel war es immer, eines Tages wieder nach Hause zu kommen. Schließlich lebt meine Familie hier, und ich bin auch noch in allen Vereinen.“ Nach Fausts Abschied aus Bad Hersfeld war es so weit. Vier Köche aus seiner Brigade haben ihn begleitet

Jetzt gilt es für Spies, am neuen Arbeitsplatz vor Gästen und Kritikern zu bestehen – eine Aufgabe, bei der man sich keine schlechten Tage erlauben darf. Patrick Spies weiß: „Jedes Fitzelchen muss stimmen“, jeden Abend auf jedem Teller. zur person Bootshaus

Von Karl Schönholtz

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