Nach zwölf Jahren als Erste Kreisbeigeordnete geht Christa Bittner in den Ruhestand

Alles aus einer Hand

Die Vielfalt der Aufgaben der Christa Bittner spiegelt dieser Bilderbogen wider (von oben links im Uhrzeigersinn): Gemeinsam mit sozialdemokratischen Stadtpolitikern bei einer Lichterkette für den Frieden (1993), mit Silvia Hemel bei der Bad Hersfelder Tafel, beim Kickern in einem Jugendclub, bei der Stimmabgabe im Stadtparlament (1989), bei der Vorstellung eines Praktikantinnenprojekts in Niederthalhausen, während eines Informationsbesuchs bei der Firma AEM in Hohenroda und beim Anklung-Spielen während des Festes zum Internationalen Frauentag am 8. März. Fotos: HZ-Archiv

Bad Hersfeld. Genau eine Woche ist sie noch im Amt, dann beginnt für die Erste Kreisbeigeordnete Christa Bittner der Ruhestand. Der wird so völlig ruhig nicht werden, doch davon später.

Christa Bittner war und ist eine Frau, die etwas bewegen möchte. Deshalb trat sie im Jahr 1978 in die SPD ein, deshalb wurde sie 1981 Stadtverordnete. Vor zwölf Jahren ließ sie sich zur Ersten Kreisbeigeordneten wählen. „Wir haben viel gemacht und viel bewegt“, sagt sie und schließt dabei auch ihre Mitarbeiter ein. „Es tut mir auch ein bisschen leid, das jetzt nicht mehr tun zu können.“

Christa Bittner ist eine Netzwerkerin. Sie setzt auf Zusammenarbeit, sie knüpft Kontakte, sie sucht Partner für Projekte, die ihr sinnvoll erscheinen. Das gilt sowohl für die Arbeit mit den Menschen im Kreis als auch intern in der Kreisverwaltung. „Anfangs hat hier jeder nur in seinem Zuständigkeitsbereich gearbeitet“, erinnert sie sich. Da kannten die Leute aus dem zweiten Stock oft die im ersten nicht und wussten schon gleich gar nichts über deren Aufgabenbereiche.

Für Christa Bittner, die aus der Lehreraus- und -fortbildung kam, wo auf Kommunikation und Vernetzung gesetzt wurde, eine ganz ungewohnte Situation, die sie so schnell wie möglich änderte.

Das neue Denken in der Verwaltung findet sich heute auch in der Organisation der Optionskommune wider. Hier gibt es, und das ist Christa Bittner besonders wichtig, Hilfe aus einer Hand. Langzeitarbeitslose und Hartz IV-Empfänger müssen nicht für jedes Anliegen zu einem neuen Sachbearbeiter. Sie haben einen Ansprechpartner, der sich um alle Probleme kümmert, von der Suche nach einem Job über die Kinderbetreuung bis hin zur Schuldenberatung.

Regionalität bewahren

Auch mit den Partnern der Verwaltung, mit Unternehmen, Handels- und Handwerksverbänden oder Organisationen, die sozialpädagogische Betreuung oder Sprachkurse anbieten, bestehen solch enge Kontakte. Bittner ist froh darüber, dass es gelungen ist, hier Regionalität zu bewahren. Die einzelnen Partner kennen sich untereinander und sind mit der Region vertraut. Das hilft dann auch in schwierigen Situationen, zum Beispiel, als es darum ging die Babcock-Lehrwerkstatt zu erhalten, berichtet Bittner.

Als Sozialdezernentin war es ihr zudem ein Anliegen, nicht nur Probleme zu lösen, sondern möglichst schon deren Entstehung zu verhindern. So wurden frühe Hilfen für junge Mütter und Familien ins Leben gerufen. Familienhebammen bieten von der Geburt der Kinder an Beistand und praktische Unterstützung

Von Christine Zacharias

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