Nach Differenzen: Yalcin Solak löst Sahin Cenik ab

Alles neu beim Bad Hersfelder Ausländerbeirat

Yalcin Solak Archivfoto: Maaz

Bad Hersfeld. Im Bad Hersfelder Ausländerbeirat haben sich einige personelle Veränderungen ergeben. Unter anderem hat Yalcin Solak den langjährigen Vorsitzenden Sahin Cenik im Amt abgelöst. Grund für die Neustrukturierung sind offenbar persönliche und inhaltliche Differenzen einiger Mitglieder.

Unter anderem ging es laut Hansjörg Hischfelder, der den Beirat nach langjährigem Engagement ebenfalls verlassen hat, um eine schriftliche Beschwerde beim Bürgermeister über Cenik, die seiner Meinung nach allerdings völlig unbegründet sei. Dabei geht es um angebliche Äußerungen Ceniks zu Muslimen in Deutschland.

Cenik gehörte dem Beirat seit dessen Gründung 1993 an, also seit über 20 Jahren. Davon agierte er viele Jahre lang als Vorsitzender. Zwei weibliche Mitglieder haben den erst im November 2015 neu gewählten Beirat vor einigen Wochen ebenfalls verlassen. „Eine konstruktive Zusammenarbeit hat sich sehr schwierig gestaltet“, berichtete Hirschfelder auf Nachfrage.

Der 48 Jahre alte Solak, der dem Beirat erstmals angehört, vermisste eigenen Angaben nach „mehr Fingerspitzengefühl“ in der Ausübung seines Amtes bei Cenik. Zu einer weiteren Zusammenarbeit sei er aber dennoch bereit gewesen. Für die nächsten Jahre hat sich der neue Vorsitzende einiges vorgenommen.

So wolle man zum Beispiel verstärkt in der Öffentlichkeit auftreten, um die Einrichtung bekannter zu machen. Dass nur wenige Menschen überhaupt von der Existenz und den Aufgaben des Beirats wissen, habe sich etwa in der sehr geringen Wahlbeteiligung im vergangenen Jahr gezeigt. Verstärken wolle man auch den Kontakt zur Stadt, zu großen Arbeitgebern und zu den Kirchen. Dabei wolle man natürlich für alle ausländischen Mitbürger da sein, unabhängig von der Herkunft und Religionszugehörigkeit. „Wir wollen einiges bewegen und es besser machen als in den vergangenen Jahren“, gibt sich Solak selbstbewusst.

Weiterhin engagiert

Sahin Cenik findet die Entwicklung schade, über die Beschwerde hinter seinem Rücken ärgert sich. Zudem behält er sich in dieser Sache rechtliche Schritte vor. „Ich kann nicht zulassen, dass mein Ruf geschädigt wird“, sagt er. Übelnehmen würde er aber niemanden etwas. Ehrenamtlich engagiert ist er weiterhin in der Hersfelder Stadtverordnetenversammlung.

Dem aktuellen Ausländerbeirat gehören nun neben Yalcin Solak als stellvertretende Vorsitzende Mustafa Akkoyon, Naim Aktan, Ayar Altinbas und Emine Topaloglu an. Weiterhin sind Hüseyin Akgöz, Sabri Cilgin und Ricordo Nadapdap im Beirat vertreten. (nm)

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