160 Schülerinnen und Schüler der Konrad-Duden-Schule besuchten die Buchmesse

Allerlei Leipziger Zauberei

Die Junge Jury überreicht Frauke Wedler-Zinn (Mitte) vom Dressler-Verlag den DUDO, einen Preis der Konrad-Duden-Schule, für Shaun Tans wunderbares Bilderbuch „eric“. Foto: nh

Bad Hersfeld/Leipzig. Drei Busse, angefüllt mit erwartungsvollen Kindern und Jugendlichen von der Konrad-Duden-Schule in Bad Hersfeld rollten trotz Schnee und Eis gen Osten. Ziel war die Leipziger Buchmesse.

Dort zogen einige mit dem Bestsellerautor Markus Gründel los zu einer GeoCaching Schnuppertour kreuz und quer durch sämtliche Hallen, andere bastelten filigrane Origami-Ohrringe aus Spezialpapier. Referendarin Sadaf Hashim ließ sich vom Leipziger Bleilaus-Verlag die Japanbindung zeigen und präsentierte ihr selbst gebundenes Buch anschließend der staunenden Schülerschar, die sich nun darauf freut, es in einer der nächsten Unterrichtsstunden auch zu lernen. Denn wo sind selbst verfasste Gedichte und Geschichten besser aufgehoben als in einem selbst hergestellten Buch mit einem selbst gestalteten Einband? So finden die vielen kreativen Ergebnisse des neuen Unterrichtsfachs „Kulturelle Praxis“ einen angemessenen Rahmen.

Die Junge Jury besuchte Sam Aminfazli von Tokyopop; der Pressereferent verriet das Geheimnis erfolgreicher Mangazeichner: Durchhaltevermögen! Es gebe unglaublich viele begabte Mangazeichner, doch die wenigsten seien in der Lage, Stunden um Stunden jeden Tag am Schreibtisch zu sitzen, um Storyboards termingerecht abzuliefern.

Das Gespräch mit der jungen Autorin Nataly Savina bei Beltz&Gelberg drehte sich um den neuen Roman „Love Alice“, der sehr zart eine Freundschaft schildert, die mit brutaler Wucht ein Ende findet.

Die Nominierungen für den Deutschen Jugendliteraturpreis verrieten einige Übereinstimmungen mit dem Geschmack der Hersfelder Juroren, darunter „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ von John Green (Carl Hanser Verlag).

Verleihung im Herbst

Geschrieben ist es aus dem Blickwinkel der sechzehnjährigen Hazel, die schwer krebskrank ist, immer ein Atemgerät hinter sich herziehen muss und nichts so sehr hasst, als über ihre Krankheit zu sprechen. In einer Selbsthilfegruppe lernt sie Gus und Joshua kennen, die mindestens so coole Sprüche drauf haben wie Hazel. Auf der Frankfurter Buchmesse im Herbst wird der Preis verliehen, man darf gespannt sein!

Unter den mächtigen Bögen der Glashalle konnten Dutzende von Staffeleien benutzt werden, um verschiedene Farben und Maltechniken auszuprobieren: Fingerfarbe, Öl und Acryl – alles war möglich. Künstler zeigten ihre Werke und gaben die Anleitung zu Siebdruck, Collagen und anderen Techniken.

Auch der Poetry Slam – kurze Texte, kreativer Vortrag – durfte nicht fehlen. Hier holten sich die Schüler Anregungen und fragten nach, wann der Master of Poetry Slam, Lars Ruppel, wieder in die Konrad-Duden-Schule kommt.

Auf der Heimreise kam keine Langeweile auf: Alle Messefahrer tauschten ihre Erlebnisse aus und zeigten sich ihre Schätze, die sie von den freigiebigen Verlagen geschenkt bekamen. Und fragte man die konditionsstarken Messeläufer, ob sie wohl noch einmal nach Leipzig wollen, schallte es laut durch den ganzen Bus: Jaaaa! (red/zac)

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