Katharina Franck, Zélia Fonseca & Kosho gastierten im ausverkauften Buchcafé

Aller guten Dinge sind drei

Sie bildeten am Samstagabend ein außergewöhnliches musikalisches Trio: (von links) Michael „Kosho“ Koschorreck, Katharina Franck und Zélia Fonseca. Foto: Rödiger

Bad Hersfeld. Drei Freunde, drei Soloscheiben – ein Konzert. Wenn die ehemalige Rainbirds-Frontfrau Katharina Franck, der Söhne-Mannheims-Gitarrist Michael „Kosho“ Koschorreck und die brasilianische Musikerin Zélia Fonseca gemeinsam auf die Bühne gehen, dann darf man als Zuhörer doch sehr gespannt sein, denn alle drei Künstler singen, spielen Gitarre und haben zurzeit ein Soloalbum aufgenommen. Lediglich stilistisch sind alle drei doch deutlich weit auseinander. Davon konnten sich am Samstagabend die Zuhörerinnen und Zuhörer im ausverkauften Konzertsaal des Bad Hersfelder Buchcafés selbst ein Bild machen.

Unverwechselbare Stimme

Katharina Francks wahre Stärke ist und bleibt ihre unverwechselbare Gesangsstimme, mit der sie auch 25 Jahre nach ihrem großen Rainbirds-Hit „Blueprint“ noch genauso energiereich, charismatisch und dynamisch Lieder mit sehr intelligenter Lyrik auf Deutsch und Englisch anstimmt.

Zélia Fonseca, eine international anerkannte lateinamerikanische Künstlerin, bringt die musikalischen Einflüsse ihrer brasilianischen Heimat in ihr raffiniert-grooviges Gitarrenspiel mit ein, während sie auf Portugiesisch ihre verspielten Eigenkompositionen singt und hier und dort sehr feminine und jazzige Scat-Improvisationen anstimmt.

Zélia Fonseca öffnet in ihren Liedern einen ganzen Fächer von Emotionen. Mit sanften Begleitharmonien erzählt Zélia Fonseca mal glücklich, dann wieder melancholisch von ihren Gefühlen und Erfahrungen.

Michael „Kosho“ Koschorrecks energiegeladenes Gitarrenspiel ist hypnotisch und faszinierend zugleich. Als Zuhörer kommt man einfach aus dem Staunen nicht heraus, denn sein Tempo ist atemberaubend und sein Picking präzise wie ein Schweizer Uhrwerk.

Zwischen all den ideenreichen Riffs und Läufen auf der Gitarre findet „Kosho“ trotzdem noch genügend Zeit, mit perkussivem Klopfen auf dem Gitarrenkorpus und den abgedämpften Saiten seine groovigen Gitarrenlinien rhythmisch zu unterstützen, während er auch noch mit seiner sehr flexiblen Gesangsstimme häufig schwierigste, weil extrem zungenbrecherische englischsprachige Textzeilen perfekt meistert.

Wenn „Kosho“ Titel wie „Play Bach“ von seiner Solo-CD „all sides of love“ oder seine exzellente, geradezu einmalig-schöne Coverversion des Beatlessongs „Blackbird“ anstimmt, dann sind alle Blicke des Publikums gebannt auf das Mannheimer Ausnahmetalent gerichtet.

Von der Pauke begleitet

Bei vielen Stücken dieses ungewöhnlichen Konzertabends unterstützten sich die drei Solisten tatkräftig auf Gitarre und Bass. Alle drei Künstlerinnen und Künstler hatten eine Menge verschiedener akustischer und elektrischer Gitarren mitgebracht und begleiteten einander mit sehr viel Kreativität und Einfühlungsvermögen.

Zum Ende des Programms ertönte Katharina Francks 80er-Jahre-Charthit „Blueprint“ noch völlig unerwartet als einsames Vokalarrangement, welches nur von Zélia Fonsecas brasilianischer Sambapauke begleitet wurde.

Das Publikum ließ sich von der Musik dieser drei sympathischen Künstlerinnen und Künstler sehr gerne verzaubern und applaudierte lautstark nach jedem einzelnen Lied dieses vielseitigen Künstlertrios.

Von Werner Rödiger

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