Jahresversammlung des BUND Deutschland in Bad Hersfeld zur Werraversalzung

Mit allen rechtlichen Mitteln gegen die Werraversalzung

Jahresversammlung des BUND Deutschland im Hotel am Kurpark: Die 140 Delegierten fassten Beschlüsse zur Werraversalzung und zur Energiewende. Fotos: Schönholtz

Bad Hersfeld. Alle rechtlichen Möglichkeiten sollen nach Ansicht des BUND Deutschland augeschöpft werden, um die jetzige Salzbelastung der Werra deutlich zu reduzieren. Das haben die mehr als 140 Delegierten des Bund für Umwelt und Naturschutz am Sonntag bei ihrer Jahresversammlung in Bad Hersfeld beschlossen. Vorsitzender Hubert Weiger machte im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich, dass die Bedrohung der Trinkwasserressourcen durch die Salzabwässer der Kaliindustrie ein zentrales Anliegen sei und nicht nur ein hessisch-thüringisches Problem.

Ein zweites Thema mit lokalen Bezügen waren bei der Versammlung die Konflikte beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Die Energiewende einserseits voranzutreiben, aber andereseits den Naturschutz und die Erhaltung des Landschaftsbildes nicht zu vernachlässigen – bei diesem Widerspruch setzt der BUND laut Weiger auf die Instrumente der Regionalplanung.

Für Bürgerbeteiligung

Nicht nur die Windhöffigkeit zähle bei der Ausweisung von Standorten für Windkraftanlagen, sagte Weiger, sondern auch die Umweltverträglichkeit sei in die Planung einzubeziehen, auch die Vorkommen von Vögeln oder Fledermäusen müssten berücksichtigt werden. Weiger sprach sich zudem für einen „offenem Planungsprozess“ aus, der die Bürger einbeziehe und nach Möglichkeit über Genossenschaften am Ertrag beteilige.

Zwei Resolutionen

Die Delegierten als Vertreter von mehr als 530 000 Mitgliedern und Unterstützern verabschiedeten zudem zwei Resolutionen zur Weltklimakonferenz in Paris. „Nach dem Terror sollte Paris im Dezember durch gute Ergebnisse zu dem Ort werden, wo die Welt einen gerechten Klimaschutzvertrag beschließt, der seinen Teil dazu beiträgt, unseren Planeten vor zunehmenden Naturkatastrophen zu bewahren und sicherer und friedlicher zu machen“, heißt es in der ersten Klimaresolution. In der zweiten fordern die Umweltschützer die Abkehr von fossilen Energien. Die Energiewende funktioniere am besten „von unten“, getragen von Bürgerinnen und Bürgern, Genossenschaften und Kommunen, die in erneuerbare Energien investieren und den Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas voranbringen, heißt es in dem Beschluss.

In seiner Rede vor den Delegierten sagte der Vorsitzender Weiger: „Zuerst muss der Abschied vom Klima- und Landschaftskiller Braunkohle erfolgen. Fossile Energieträger dürfen nicht länger subventioniert und erneuerbare Energien müssen stärker gefördert werden.“ (red)

Von Karl Schönholtz

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