Forum KDS informierte über Nutzung von Sozialen Netzwerken

Allein im Haifischbecken

Medienpädagoge Thomas Graf informierte an der Konrad-Duden-Schule über soziale Netzwerke. Foto: Raacke

Bad Hersfeld. Immer stärker wird unser alltägliches Leben von virtuellen Welten durchdrungen. Dreiviertel der deutschen Internetnutzer sind bereits in einer Social Community angemeldet (Bitcom 2011). Die sozialen Netzwerke im Internet beeinflussen unser Zusammenleben in nie gekanntem Ausmaß. Thomas Graf, ein erfahrener Medienpädagoge aus Marburg, war daher vom Elternbeirat der Konrad-Duden-Schule zu einem Vortrag über soziale Netzwerke in der Reihe Forum KDS eingeladen worden.

Das soziale Umfeld der Jugendlichen, aber auch der Erwachsenen, verlagert sich zunehmend auf virtuelle Kommunikationskanäle, erläuterte Graf. Hier teilt man sich mit, wird zum nächsten Event eingeladen, zeigt auch mal peinliche Fotos oder lernt neue „Freunde“ kennen, von denen man nicht weiß, ob sie real existieren. Der Druck, ohne Facebook zum Außenseiter zu werden, steigt unaufhaltsam an.

Graf zeigte aber auch erschreckend deutlich auf, dass unbedarfter Umgang mit beispielsweise Facebook, dem derzeit angesagtesten Netzwerk, unabsehbare Folgen für den Nutzer haben kann. Datensicherheit? Mangelhaft!

Obwohl man sich erst ab 13 Jahren anmelden darf, geben hier auch schon viele Grundschüler und Grundschülerinnen unter falschem Geburtsdatum ihre persönlichen Daten ein. Facebook freut sich über jeden Zugang, da im Durchschnitt 70 Euro mit dem Verkauf eines Datensatzes verdient werden.

Leichtfertiger Umgang

Kinder seien sich oft nicht der Sensibilität privater Daten bewusst, machte Graf deutlich. Je jünger Internetnutzer seien, desto leichtfertiger gingen sie mit privaten Daten um. Die reichlich vorhandenen schwarzen Schafe hätten es so leicht, Daten zu missbrauchen.

Kriminalität in jeder Form wie Betrügereien, Abzocke, Abo-Fallen oder Cyber-Mobbing seien Tür und Tor geöffnet. Der Personalchef der Firma, bei der man sich gerade beworben hat, erfreut sich an netten Fotoreihen über die letzte Alkoholsause des Bewerbers. Die junge Frau, deren Freund ein paar schlüpfrige Details eingestellt hat, sieht sich als Schlampe veröffentlicht. Die Einbrecherbande nutzt den Familienurlaub, um in Ruhe das Haus leer zu räumen.

Die Sensibilisierung beziehungsweise die Schärfung des Bewusstseins im Umgang mit persönlichen Daten ist ein wichtiges Ziel der Arbeit des Diplom-Sozialpädagogen Graf, das an diesem Abend sicherlich erreicht wurde.

An die Ausführungen des Referenten schloss sich eine angeregte Diskussion an. Thomas Graf entließ seine Zuhörer mit dem Rat, größte Vorsicht bei der Preisgabe von privaten Daten anzuwenden und Kinder nicht allein im Haifischbecken des durchaus auch nützlichen und lehrreichen Internets schwimmen zu lassen. (red/zac)

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