Wittener Theater gastiert mit „Michel in der Suppenschüssel“ in der Stadthalle

Alle mögen Michel

Die Schauspieler des Wittener Kinder- und Jugendtheaters nahmen sich nach der Vorstellung Zeit für die Kinder (von links): Andreas Richter, Liv Heigl, Christina Agel und Steffen Essigbeck. Foto: Manuela Schönholtz

Bad Hersfeld. Ein kleiner weißer Vorhang verdeckt noch den Blick in die Küche, als das Stück beginnt. Doch dann steht sie dort auf dem Tisch. Die Suppenschüssel. Und wenn Michel (Liv Heigl) anfängt, Suppe auf den Tellern zu verteilen, dann steigt schon der Geräuschpegel im Publikum und alle fiebern mit, denn jeder, wirklich jeder weiß, was nun passiert.

Und so lachen auch alle in der so gut wie ausverkauften Bad Hersfelder Stadthalle kräftig los, als Michels Kopf endlich in der Schüssel steckt und in der kleinen Küche die Aufregung groß ist.

Mutter Alma (Christina Agel) zetert, Papa Anton (Steffen Essigbeck) schlürft ungerührt seinen Teller Suppe bis der Arzt kommt – nicht nur diese Szene wird vom Wittener Kinder- und Jugendtheater beim Stück „Michel in der Suppenschüssel“ witzig und allerliebst dargeboten.

Viel zum Lachen

Zum Lachen gibt es viel in dieser durchweg lustigen Inszenierung von Martina Kathage am Sonntagnachmittag in der Stadthalle. Tiergeräusche vom Band sorgen für Spaß: Die muhende Kuh, die Lina (Christina Agel) immer in den Stall ruft. Oder das grunzende Schwein, das den guten Alfred (Andreas Richter) weglockt, obwohl Lina ihn doch gerade gemütlich zu Kaffee und Zimtwecken eingeladen hat. Das weiße Tischtuch in der kleinen Küche fliegt viel durch die Gegend und ist auch mal Brautschleier für die träumende Alma.

Gedanken werden in Lieder verpackt. Alfred macht mit Küchengeräten Musik, und Michel jagt einen Einbrecher mit natürlich einer Suppenkelle. Lustige Einfälle in Hülle und Fülle. Einzig die Besetzung der Ida verwirrt das Publikum: Ida (Steffen Essigbeck) ist größer als Michel, männlich und einfach nur lahm.

Stimmt einfach nicht...

Die fröhliche Suppenschüssel-Spannung im Publikum ist sogar ein zweites Mal zu spüren und auch nicht zu überhören, wenn Michel Ida zeigt, wie ihm das doch passiert ist, mit der Schüssel auf dem Kopf. Aber diesmal muss er nicht in den Schuppen zum Schnitzen.

Da hat er nur beim ersten Mal gesessen und ein trauriges Lied gesungen: „Keiner mag mich.“ Stimmt nicht, Michel, das stimmt einfach nicht.

Von Manuela Schönholtz

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