Alkoholisiert auf den Gleisen unterwegs

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Bad Hersfeld. Er kam von der Kirmes, war betrunken, verletzt und wollte nach Hause: Eine männliche Person im Gleisbett zwischen Hauneck und Haunetal meldete die Bundespolizei der Polizeistation Bad Hersfeld am Samstag um kurz vor 13 Uhr.

Alle Lokführer auf der Strecke Kassel-Fulda wurden angewiesen, ihre Geschwindigkeit zu drosseln und nur noch „auf Sicht“ zu fahren. Streifen der Bundespolizei und der Polizeistation Bad Hersfeld wurden entsandt. Bevor jedoch eine Streife im Streckenabschnitt eintraf, wurde der Mann von der Besatzung eines ICE in Richtung Bad Hersfeld im Gleis festgestellt. Der ICE stoppte und der 25-Jährige aus Bad Hersfeld stieg ein.

Teures Vergnügen

Im Bahnhof Bad Hersfeld wurde der leicht verletzte Mann dann der Polizei übergeben. Ein Alkohol-Test ergab etwas über ein Promille. Der Bad Hersfelder erklärte sein Verhalten damit, dass er gerade von der Kirmes in Holzheim komme und nach Hause wolle. Seine Platzwunde am Kopf hätte er sich bereits in Holzheim zugezogen. Nähere Angaben wollte er dazu jedoch nicht machen. Er wurde schließlich einer Streife der Bundespolizei übergeben.

Mehrere Züge mussten ihre Fahrt wegen des Vorfalls unterbrechen, es kam zu Stauungen und Verspätungen von 125 Minuten. Die Polizei vermutet, dass der Bad Hersfelder wahrscheinlich der Einzige in Deutschland ist, der per Anhalter ICE gefahren ist, ein Taxi wäre mit Sicherheit billiger gewesen. Auch, weil die Bahn den Schaden wohl in Rechnung stellen will. (red/nm)

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