Kartenvorverkauf liegt weit hinter der Kalkulation zurück

Alarm: Festspielen droht Millionen-Defizit

Intendant Holk Freytag

Bad Hersfeld. Den Bad Hersfelder Festspielen droht in diesem Jahr möglicherweise ein Defizit von rund einer Million Euro. Das ergibt sich aus dem gegenwärtigen Stand des Kartenvorverkaufs für die am 12. Juni beginnende Spielzeit und den im Wirtschaftsplan kalkulierten Einnahmen.

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Nach Informationen unserer Zeitung sind für die vier großen Inszenierungen in der Stiftsruine bislang rund 60 000 Karten verkauft, das sind in etwa so viele wie zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres.Da in diesem Jahr jedoch 66 Vorstellungen stattfinden, also zwölf mehr als 2009, wurde für 2010 mit 90 000 verkauften Tickets in der Stiftsruine und entsprechend höheren Einnahmen kalkuliert. Insgesamt stehen für die Aufführungen in der Stiftsruine 102 000 Karten zu Verfügung.

Auch 2009 Ziel verfehlt

Doch schon im vergangenen Jahr hatten die Festspiele das erklärte Ziel, 2,85 Millionen Euro über den Kartenverkauf einzunehmen, deutlich verfehlt. Das Defizit der Saison 2009 lag am Ende bei rund 150 000 Euro.

Für dieses Jahr sind im Wirtschaftsplan der Festspiele 3,75 Millionen Euro durch Eintrittskarten auf der Einnahmenseite veranschlagt.

Zwischen den 2009 tatsächlich erzielten Einnahmen und dem Ansatz für dieses Jahr klafft rein rechnerisch eine Lücke von über einer Million Euro, die sich angesichts des Trends im Vorverkauf vielleicht etwas verringern, aber erfahrungsgemäß kaum schließen lassen wird.

Der Gesamtetat der Festspiele umfasst in diesem Jahr 5,047 Millionen Euro, gut 600 000 Euro mehr als 2009. Der Zuschuss des Landes beträgt 277 000 Euro, der des Bundes 126 000 Euro. Die Stadt hat ihren Zuschuss um gut 300 000 Euro auf 364 000 Euro gesenkt.

Weder Festspielverwaltungsleiter Karl Schmidt noch Bürgermeister Hartmut H. Boehmer waren bereit, diese Situation zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu kommentieren.

Von Karl Schönholtz

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