Farbenfrohe Mischung aus Tradition und Modernem

Chinesischer Nationalcircus begeistert in Bad Hersfeld

Da wird einem schon vom Zuschauen schwindelig: Die Künstlerinnen des Chinesischen Nationalcircus halten nicht nur mit Leichtigkeit viele Teller in der Luft, sondern auch das Publikum in Atem. Fotos: Apel

Bad Hersfeld. Viel mehr als nur fernöstliche Kunststückchen präsentierten die Künstler des seit über 25 Jahren in Europa etablierten Chinesischen Nationalcircus bei ihrer farbenprächtigen, temporeichen und kunstvoll ineinander fließenden Revue in der Bad Hersfelder Stadthalle.

Schon der Einstieg gerät philosophisch. Traditionelles und Modernes wird von der Stimme im „Off“ angekündigt, Fernöstliches und Abendländisches verbindend. So wird ein wenig von der Atmosphäre vermittelt, die chinesische Migranten in der ganzen Welt verbreiteten. Von daher passt es, wenn die beiden Hauptprotagonisten die an ein „Chinatown“ erinnernde Bühne mit einem Koffer voller Erinnerungen in klassischem schwarzen Anzug betreten. Ganz schnell kommen dann die vielen Künstlerkollegen der „Tianjin Acrobatic Troupe of China“ dazu, in jugendlichen, modernen, urbanen Outfits, erste Figuren bilden, ineinander und übereinander springen, klettern, Atmosphäre schaffen.

Chinesischer Nationalcircus in Bad Hersfeld

Geschickt wird die mit Oma Lore und Opa Josef in der ersten Reihe sitzende, neun Jahre junge Rhiana Koster einbezogen und „nach oben“ gebeten. Sie hebt den Koffer, der sich trotz aller Anstrengungen nicht mehr bewegen lässt, mit Leichtigkeit in die Höhe.

Das immer wieder Zwischenapplaus spendende Publikum erlebt Akrobatik vom Feinsten. Eine junge Frau, die sich an einem mehrteiligen Tuch in die Höhe hangelt, ein- und aus- und kunstvoll herabwickelt, in altchinesischem Gold-Rot mit ein bisschen Grün daherkommende, von Menschen gebildete Löwen, Künstler, die mit Tonnen und Tischen jonglieren und so mehr als einmal Erstaunen hervorrufen. Natürlich fehlen auch Zaubereien mit Karten nicht, und Spielereien mit Tellern. Aber die junge Truppe potenziert das Ganze zu immer neuen Figuren.

Nach der Pause geht es weiter mit anmutigem Tanz und Ball-Jonglage. Eine Akrobatin balanciert auf sechs übereinander gebauten Stühlen. Eine andere lässt auf einem Arm aufgestützt ihre Beine über sich hinwegwandern. Rundherum, hochkonzentriert – so, als wäre alles kein Problem. Das Publikum reagiert mit „Ah“ und „Oh“ und spendet tosenden Beifall.

Dann kommen die beiden, die ganze Vorstellung verbindenden Hauptprotagonisten wieder ins Spiel. Sie helfen dabei, kleine und große Töpfe durch die Luft fliegen zu lassen und auf Nacken oder Kinn aufzufangen. Tolle Schlussbilder, eine Rose fürs Publikum, Applaus im Stehen und nach der Zugabe herzliches Abschiedswinken.

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