Neue Regelungen seit diesem Jahr – Kritik auch von Naturschützern

Agrarförderung: Mehr Bürokratie für Bauern

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Hersfeld-Rotenburg. Um Fördergeld zu bekommen, gelten für Landwirte seit diesem Jahr neue Regeln. Diese sind von der EU mit dem Ziel eingeführt worden, die Agrarförderung grüner, gerechter und einfacher zu machen.

Nach Ansicht von Geschäftsführerin Anke Roß und Thilo Frankfurth vom Kreisbauernverband Hersfeld-Rotenburg wurden diese Ziele jedoch nicht erreicht. Die Neuerung bedeute für die Landwirte vor allem mehr Bürokratie. Wie bisher ist die Förderung an die Anbaufläche gekoppelt. Um kleine Betriebe besonders zu unterstützen, wird für die ersten 46 Hektar ein höherer Betrag gezahlt, als für die übrige Fläche. Besonders umstritten sei das sogenannte Greening. 30 Prozent der Zahlungen erhalten Landwirte dafür, dass sie zusätzliche Umweltleistungen erbringen. So dürfen etwa Wiesen nicht mehr oder nur noch im Tausch gegen Ersatzflächen umgepflügt werden. „Die Zahl der im Kreis gehaltenen Raufutterfresser geht stetig zurück. Dadurch fehlen die Abnehmer für das Gras“, beklagt Anke Roß.

Zudem müssten künftig fünf Prozent des Ackerlandes als ökologische Vorrangfläche bereitgestellt werden. Für den Kirchheimer Landwirt Reinhard Schornstein bedeutet das, dass zehn seiner 200 Hektar Land stillgelegt werden und bei der Futterproduktion fehlen.

Zudem herrsche bei der Neuregelung noch immer große Unsicherheit. Die Bund-Länder-Gespräche zu Details seien noch nicht abgeschlossen. Der Agrarantrag, in dem die Landwirte die konkrete Nutzung ihrer Flächen angeben, müsse allerdings bis 15. Mai abgegeben werden. Und die Entscheidung, was im kommenden Jahr angebaut werde, falle in der Regel gleich nach der Ernte, verdeutlicht Thilo Frankfurth.

Kritik an der Neuregelung üben auch Umwelverbände, denen die Regelungen nicht weit genug gehen. Mehr lesen Sie am Dienstag in der gedruckten Hersfelder Zeitung.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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