Wüsten-Wärme

Afrika-Hitze lässt Waldhessen schwitzen

Hersfeld-Rotenburg. Ganz Deutschland schwitzt. Auch dem Kreis Hersfeld-Rotenburg hat das Hoch „Achim“ wieder Temperaturen von weit über 30 Grad direkt aus der Sahara geschickt. Unter der Wüsten-Wärme leiden Mensch und Tier. Vor allem die Landwirte klagen über das Auf- und Ab beim Wetter.

Am Klinikum Bad Hersfeld werden derzeit vermehrt Menschen mit hitzebedingten Problemen behandelt. „Vor allem ältere Leute trinken oft zu wenig“, erläutert der Ärztliche Direktor, Prof. Dr. Markus Horn. Auch die Infektanfälligkeit steige bei diesen Temperaturen. Dennoch sei die Lage nicht dramatisch.

Das bestätigt auch der Leiter für Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz des Kreises, Dieter Pfaff: „Es ist alles sehr ruhig, wir haben wegen des Wetters keine dramatischen Ausreißer.“ Die Krankenwagen seien nicht sehr viel häufiger als sonst im Einsatz. Auch die Waldbrandgefahr sei noch nicht übermäßig hoch.

Die Wärme lockt die Menschen vor allem abends aus dem Haus. „Wir werden immer wieder wegen Ruhestörungen gerufen, wenn sich Bürger durch Musik und Feiern in der Nachbarschaft gestört fühlen“, berichtet Polizeisprecher Manfred Knoch. Es seien häufig Jugendliche, die dabei über die Stränge schlagen. „Wir bitten alle Bürger um erhöhte Rücksichtnahme“, mahnt Knoch.

Grund zum Feiern haben aber gerade die Schüler, denn an den meisten Schulen gab es gestern hitzefrei. „Die Schulleitungen entscheiden seit 2009 selbst darüber, ob und wie sie den Unterricht an heißen Tagen gestalten“, erklärt Dirk Dittmar, Jurist im Staatlichen Schulamt im Bebra. Wenn die Temperaturen im Schulgebäude zu hoch sind, dann darf auch an anderen Orten unterrichtet werden, oder der Unterricht kann nach der 5. Stunde enden. Die Betreuungsangebote am Nachmittag müssen aber aufrechterhalten werden. (kai)

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