Pollenallergiker bis jetzt weniger belastet - ändert sich mit Wetter

Ärzte: Heuschnupfen nicht verharmlosen

Hersfeld-Rotenburg. Gegen den allgemeinen Trend bemerken die Allergologen aus dem Landkreis keinen Zuwachs an Patienten. „Ich hatte früher und habe heute jede Menge zu tun“, sagt beispielsweise Allergologe Dr. Hartmut Hanke aus Rotenburg. Die Heuschnupfen-Patienten seien zudem bis jetzt geschont worden. Aber „es kann noch heftig werden“, sagt Hanke.

Da der Landkreis Hersfeld-Rotenburg ländlich geprägt ist, haben die Menschen hier außerdem Glück: „Laut einer Untersuchung gibt es in der Stadt mehr Allergiker als auf dem Land“, sagt Hanke. Generell hänge der jetzt aktuelle Heuschnupfen immer von der Witterung ab. Glimpflich davongekommen sind 2010 die Menschen, die allergisch auf Haselpollen reagieren. In milden Wintern fliegen die schon ab Januar. „Diesmal gab es nur ungefähr eine Woche, die heftig war“, sagt Hanke. Grund dafür seien der kalte Winter und das kühle Frühjahr gewesen. „Wenn es jetzt warm wird, blühen erst Erle, dann Birke. Kommen auch schon die Gräser hinzu, wird es heftig.“

Bei Dr. Joachim Hammersen, Allergologe am Klinikum Bad Hersfeld, „sind noch keine Horden schniefender Menschen“ eingefallen. „Man muss aber schon mit Neusensibilisierungen rechnen. Jeder Gesunde kann plötzlich allergisch reagieren“, sagt Hammersen. Als problematisch sieht er da die Ausbreitung der Ambrosia-Pollen an. Die Pflanze sei hier eigentlich nicht beheimatet, doch die Pollen schwirrten zunehmend durch die Luft.

Die heimischen Allergologen warnen davor, Heuschnupfen auf die leichte Schulter zu nehmen. „Wenn man nicht beizeiten reagiert, steigt das Risiko der Entwicklung eines Asthmas“, sagt Hammersen. Außerdem können sich neue Allergien entwickeln. „Es muss nicht dabei bleiben, dass der Patient beispielsweise nur auf Gräser reagiert.“ Aus diesem Grund, sind sich die Allergologen einig, sei eine Abklärung der Symptomursache und eine Immuntherapie wichtig. Lokals. 7

Von Judith Strecker

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