Probleme zwischen City Galerie und Tegut – Polizeieinsätze nach Schüssen und Prügelei

Ärger mit der „Trinkerszene“

Bad Hersfeld. Gleich zwei Mal musste die Polizei seit Samstag in den Bereich der City Galerie/Tegut ausrücken, um in der dortigen „Trinkerszene“ für Ordnung zu sorgen.

Am Samstagabend hatte ein 48-jähriger Bad Hersfelder einen anderen Mann offenbar nach einem Streit mit einer Schreckschusspistole verletzt (wir berichteten). Am frühen Montagabend kam es dann zu einer Schlägerei im Außenbereich der City Galerie. In beiden Fällen sollen die Beteiligten der „Trinkerszene“ angehören, die sich regelmäßig zwischen dem Einkaufscenter und dem Tegut-Markt trifft.

Erste Probleme gab es schon im vergangenen Sommer. Der Vorfall am Samstag brachte für Philipp Kaufmann, Leiter der City Galerie und Vorsitzender des Stadtmarketingvereins, aber das Fass zum Überlaufen. „Ich weiß nicht, wo das noch endet“, sorgt sich Kaufmann. „Solche Vorfälle machen außerdem einen schlechten Eindruck für die ganze Stadt.“ Er wolle niemanden diskriminieren oder vertreiben, sagt Kaufmann „Aber so geht es nicht“, stellt er klar.

„Das geht morgens los“

Von der Situation seien sowohl die Kunden und Festspielbesucher als auch die Händler und Anwohner betroffen, die immer wieder angepöbelt oder durch Lärm und wildes Urinieren belästigt würden. In der Spitze versammelten sich bis zu 30 Personen im Bereich Fiddelhof: Jung und Alt, Männer und Frauen. „Das geht morgens los und dann bis abends“, sagt Kaufmann. In letzter Instanz wäre ein privater Sicherheitsdienst für die City Galerie denkbar. Neben der „Trinkerszene“ sind Kaufmann die „schreienden Bettler“ und Drückerkolonnen in der Innenstadt ein Dorn im Auge. „Ich habe nichts gegen Bettler, die gehören einfach dazu, aber wenn Passanten bedrängt werden, ist das zu viel.“

Auch im Tegut ist man mit der Situation unzufrieden und weiß um das ungute Gefühl vieler Kunden. „Zurzeit ist es wirklich schlimm“, berichtet eine Mitarbeiterin. Sobald ein bestimmter Alkoholpegel erreicht sei, würden viele der Trinker aggressiv. Eine mögliche Lösung könne es sein, eine beliebte günstige Biermarke aus den Regalen zu verbannen.

Der Polizei ist das Problem bekannt – in den vergangenen Wochen wurde sie mehrfach zu Einsätzen im Bereich City Galerie/Tegut gerufen – allzu hoch hängen will Pressesprecher Manfred Knoch es aber nicht. Im Rahmen der Festspiele findet laut Knoch zudem eine „regelmäßige Bestreifung“ statt. Sofern es sich nicht um Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten wie Sachbeschädigung oder Verschmutzung handelt, ist der Handlungsspielraum laut Knoch allerdings begrenzt. „Es ist ja nicht verboten, sich in der Öffentlichkeit zu treffen, zu unterhalten und Alkohol zu trinken.“ Bislang seien auch noch keine Außenstehenden direkt betroffen gewesen. Im Falle konkreter Gefährdungen versuche die Polizei alles, „um Menschen und Sachwerte zu schützen“. „Wir bitten die Bevölkerung uns sofort zu verständigen und sich als Zeugen zur Verfügung zu halten,“ so Knoch.

Zu einem Gespäch treffen sich Donnerstag Stadt, Polizei und Betroffene. „Wir können die Augen vor dieser Problematik nicht verschließen“, sagt Horst Gerlich, Referent des Bürgermeisters. Von einer Verlagerung habe aber niemand etwas.

Von Nadine Maaz

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