Lolls-Montagsinterview mit der Hersfelder Kultfigur Feuermeister Klaus Otto

„Achtet den Lollsfrieden!“

Er schützt das Fierche und das Lullusfest: Feuermeister Klaus Otto beim Riesenrad-Interview mit unserer Zeitung. Foto: Struthoff

Bad Hersfeld. Jetzt geht es wieder rund. Zum Lullusfest führt unsere Zeitung wieder die beliebten Interviews im Riesenrad. Den Auftakt macht – wie könnte es anders sein – der Feuermeister Klaus Otto. Mit ihm sprach Kai A. Struthoff.

Herr Feuermeister, Sie sind seit einem Jahr in Amt und Würden und wissen daher ganz genau, was für eine anstrengende Woche Ihnen jetzt bevorsteht. Macht’s trotzdem noch Spaß?

Klaus Otto: Ja, riesig. Ich freue mich total auf die Lollswoche. Ich bin alter Hersfelder, und wenn die ersten Budenwägen in der Stadt einrollen, dann kribbelt es unter den Fußnägeln. Und was die Anstrengungen angeht: Das ist alles eine Frage der Einteilung.

Im Hauptberuf sind Sie Fleischermeister. Welche Grundlage empfehlen Sie denn für die feucht-fröhlichen Tage?

Otto: Sie werden sich wundern. Meine Frau und ich haben schon im vergangenen Jahr eher leichte Sachen auf kleine Portionen über den Tag verteilt gegessen. Da kommt man gut hin!

Also keine Haxe?

Otto: Nicht unbedingt. Aber eine Haxe werde ich auf jeden Fall essen, nämlich heute beim Lolls-Empfang der Kreishandwerkerschaft. Auch das ist gute Tradition.

Was waren für Sie die prägenden Erlebnisse der vergangenen zwölf Monate?

Otto: Eigentlich war die ganze erste Saison für mich ein tolles Erlebnis. Wir sind von allen Menschen herzlich aufgenommen worden und habe viele neue Freunde und Bekannte gefunden. Trotzdem war es für mich eine völlig neue Erfahrung, Lolls mit so vielen Terminen zu feiern. Ich habe mir aber vorgenommen, sogar noch etwas mehr Termine zu absolvieren, um überall Werbung für unser schönes Fest zu machen. Das kommt überall gut an und so kann ich sagen: Es macht nur Spaß!

In den vergangenen Wochen war in unserer Stadt mehr Feuer drin, als vermutlich selbst dem Feuermeister lieb ist. Dachten Sie manchmal ans Löschen?

Otto: Nein, das dachte ich nicht. Ich habe zwar auch meine persönliche Meinung, aber das Amt des Feuermeisters ist absolut neutral, und das werde ich auch weiterhin so halten. Es ist von so vielen Menschen so viel Wind gesät worden, dass es in einem bösen Sturm enden musste. Dazu werde ich bei meiner Rede zum Feuerlöschen einige klare Worte finden, jetzt aber noch nicht.

Aber Sie werden uns allen vermutlich ordentlich die Leviten lesen, oder?

Otto: (schmunzelt) So ein bisschen schon, ja.

Manch einer hat in den Grabenkämpfen der vergangenen Wochen etwas den Überblick verloren. Wem würden Sie denn empfehlen miteinander Riesenrad zu fahren, um wieder Weitsicht zu genießen?

Otto: Das ist eine gute und schwierige Frage. Ich selbst werde viel Riesenrad fahren. Aber die anderen Personen, die sich in diesem Jahr nicht so gut verstanden haben, müssten eigentlich alle klug genug sein, um das selbst zu entscheiden.

Sie bleiben also diplomatisch. Ich dachte, Sie hätten vielleicht eine persönliche Empfehlung für mich?

Otto: Nach all den Querelen der vergangenen Wochen habe ich für alle Beteiligten nur eine Empfehlung: Achtet den Lollsfrieden!

Unsere Riesenrad-Runde geht langsam zu Ende: Haben Sie sonst noch ein paar Tipps für die Besucher?

Otto: Ich appelliere an alle Besucher: Bitte lasst eure Glasflaschen zu Hause. Hier gibt es genug für alle. Und sonst nutzt wenigstens den Glascontainer, denn Scherben verursachen schlimme Verletzungen. Außerdem wünsche ich mir ein friedliches Lullusfest mit Menschen, die ihre Grenzen kennen.

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