Bürgermeister a. D. managt Energie-Projekt

Acht Windräder auf dem Wehneberg

Hartmut H. Boehmer

Bad Hersfeld. Acht Windkraftanlagen auf dem Wehneberg, die 40 Millionen Euro kosten sollen, werden vom Bad Hersfelder Unternehmen Windpark KG geplant. Deren Geschäftsführer ist der frühere Bürgermeister der Kreisstadt, Hartmut H. Boehmer. Der Windpark wird laut einer Pressemitteilung des Unternehmens ausschließlich privat finanziert.

Nach ihren Voruntersuchungen ist die Firma zu dem Ergebnis gekommen, dass im Stadtgebiet von Bad Hersfeld ausschließlich der Wald auf dem Höhenzug zwischen dem Wehneberg und dem Rohrbachtal für einen Windpark geeignet ist – auch unter Berücksichtigung aller Aspekte des Naturschutzes und der Forstwirtschaft. Dort werden sämtliche Schallschutz-Auflagen erfüllt und die Tausend-Meter-Distanz zu Wohnbebauungen eingehalten.

Der Standort für den Windpark befindet sich im Wesentlichen zwischen der Dachs-Schutzhütte und der westlichen Stadtgrenze entlang der ausgebauten Waldwirtschaftswege.

Flächen von der Stadt

Voraussetzung für die Installation des Windparks ist allerdings die Überlassung von Flächen, die der Stadt gehören. Dies wurde mit Schreiben vom 3. November bei der Stadt beantragt. Der gleichzeitig übersandte Entwurf eines Nutzungsvertrages sieht vor, dass die Stadt nach Inbetriebnahme des Windparks neben der Gewerbesteuer ein Jahresentgelt in Höhe von 108 000 Euro für die Grundstücke erhält.

Nach Ansicht der Windpark KG muss der Bad Hersfelder Flächennutzungsplan, der gegenwärtig Windkraftanlagen im Stadtgebiet nicht zulässt, geändert werden. Anschließend soll das vorgeschriebene Verfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz einschließlich einer Umweltverträglichkeitsprüfung eingeleitet werden.

Der Ökostrom dieses „ersten Wald-Windparks in Hessen“ soll in das Stadtwerke-Netz eingespeist werden. Eine doppelte Bürgerbeteiligung ist vorgesehen: zunächst im Planungsverfahren und dann als finanzielle Beteiligung am Wald-Windpark in Form einer Genossenschaft.

Für 13 500 Haushalte

Der vom Windpark erzeugte Strom entspricht der Menge, die 13 500 Haushalte jährlich benötigen. Außerdem werden 44 000 Tonnen CO2 eingespart.

Die Nabenhöhe der Windräder, die speziell für Standorte mit niedrigen und mittleren Windgeschwindigkeiten entwickelt worden sind, beträgt 140 Meter. Die Rotoren mit 117 Metern Durchmesser drehen sich mehr als 40 Meter über den Baumwipfeln. Mit einem Betriebsstart rechnet die Windpark KG für 2014. (red)

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