Bad Hersfelder Blechbläserensemble wurde in Südostasien begeistert gefeiert

Abtauchen ins Fremde

Ob unter Dach oder wie hier unter freiem Himmel: Die Musiker des Blechbläserensembles der Modell- und Gesamtschule Obersberg und der Konrad-Duden-Schule wurden während ihrer Vietnam-Reise immer wieder begeistert gefeiert. Foto: von Sierakowsky

Bad Hersfeld. Das Timing stimmte und scheint für echte Hersfelder unumgänglich zu sein. Rechtzeitig zu Lollsbeginn trafen die Musiker des Blechbläserensembles der Modell- und Gesamtschule Obersberg und der Konrad-Duden-Schule in der Kreisstadt ein und stürzten sich ungeachtet der Strapazen des elfstündigen Flugs in die bunte Welt der Karussells und Imbissbuden.

Und die Obersberger hatten einiges zu erzählen von ihrer außergewöhnlichen Konzertreise nach Vietnam (die HZ berichtete). Da waren zunächst die unter die Haut gehenden und begeistert gefeierten Konzerte –vor allem in Universitäten und Schulen. Wieder einmal stellte sich – wie schon so oft – heraus: Musik verbindet Jugendliche über kulturelle und geografische Grenzen hinweg.

Bei Michael Jacksons berühmtem „Heal the World“ hielt es die meist als zurückhaltend geltenden Vietnamesen nicht mehr auf den Plätzen, auch wenn das ein oder andere Konzert wegen plötzlich einsetzendem Monsunregens nicht immer unter regulären Bedingungen stattfinden konnte.

Generell war Anpassungsvermögen groß gefragt: Das tropische Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit erforderte mehrfach täglich das Wechseln der durchgeschwitzten Kleidung, die Wasserflasche war ein ständiger Begleiter, und die ausgezeichnete vietnamesische Küche wurde mitunter erst nach ein paar Tagen akzeptiert.

Endlose, sich dicht an dicht drängelnde Schlangen von Mopeds – drei Millionen alleine in der Metropole Ho Chi Minh City – führen sämtliche Verkehrsregeln ad absurdum und lassen jeden Fußgänger zum Überlebenskünstler werden.

Sympathische Gastgeber

Es war das Abtauchen in eine völlig fremde und faszinierende Kultur mit überaus sympathischen Gastgebern, die Ulli Meiß und seinen jungen Musikern in bester Erinnerung bleiben wird. Atemberaubende Landschaften wie das gigantische Mekong-Delta oder die berühmte pittoreske Halong-Bucht haben sie kennen gelernt, aber auch Eindrücke eines wirtschaftlich aufstrebenden Landes mit großen Kontrasten zwischen Arm und Reich, regiert von der sozialistischen Einheitspartei.

Die Verlängerung von Schulunterricht in die Wirklichkeit hinaus ist gelungen, und das Reisetagebuch der Jugendlichen weit mehr wert als ein persönliches Erlebnis, wie sich zunehmend herausstellt. Denn immer häufiger wird bei manch einem Bewerbungsgespräch interessiert nachgefragt, wenn es um solche besonderen außerunterrichtlichen Erfahrungen und damit verbundenes Engagement geht.

Die exquisite Einladung zu der Reise kam übrigens vom Goethe-Institut und der Musikhochschule in Ho Chi Minh City und wurde unterstützt vom Deutschen Goethe-Institut in München, bei dem die Hersfelder einen ausgezeichneten Ruf genießen.

Von Matthias Balzer

Kommentare