Stadtmarketing weist Boehmers Rundumschlag zu Kur und Tourismus zurück

Absurde Vorwürfe

Bad Hersfeld. Als „sachlich falsch und absurd“ bezeichnet der Stadtmarketingverein die Vorwürfe und Einschätzungen des Bad Hersfelder Bürgermeisters Hartmut H. Boehmer im Zusammenhang mit dem Rückzug der Kurdirektorin Silvia Hochkirch.

„Wir verstehen, dass Herr Boehmer nach drei gescheiterten Besetzungen der Kurdirektion die Verantwortung außerhalb seines Zuständigkeitsbereiches anzusiedeln versucht“, heißt es in einer Presseerklärung. Dafür stehe der Vorstand des Stadtmarketingvereins jedoch nicht zur Verfügung.

Entgleisung

Die Kurdirektorin soll – von Boehmer gestern im Interview mit unserer Zeitung so dargestellt – erklärt haben, dass sie angeblich auch an den Verantwortlichen des Vereins gescheitert sei. Boehmer hatte in Anspielung auf Vorstandsmitglieder des Vereins diese im Interview zudem als Egoisten bezeichnet. Deren Interesse an der Stadt sei nur vorgeschoben. Dies wertet der Vereinsvorstand als „Entgleisung, deren Kommentierung sich erübrigt.“

Spricht für sich

Eine solche Einschätzung ehrenamtlicher Arbeit zur Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen in der Stadt spreche für sich. Vielmehr frage man sich, warum der Bürgermeister nicht die Verantwortung für seine Personalentscheidungen übernimmt. In Bezug auf die Kurdirektorin habe er offensichtlich selbst Zweifel gehabt und wäre dennoch bereit gewesen, ihr einen unbefristeten Vertrag zu geben. Das gehe aus dem Interview hervor.

Während Silvia Hochkirch ihren Arbeitsplatz ohne Unterlagen zu hinterlassen fluchtartig geräumt habe, könne der Stadtmarketingverein seinerseits schriftlich dokumentieren, dass der Vorstand immer wieder auf sie zugegangen sei. Belegbar falsch sei Boehmers Aussage, dass Hochkirch zur Vermarktung keine Bettenkontingente der örtlichen Hoteliers angeboten bekommen habe. Wiederum schriftlich nachweisbar sei ein Kooperationsangebot für Gruppenreisen gegenüber der Kurdirektion bis hin zu konkreten Punkten der Preisgestaltung und Verfügbarkeit.

Diese Initiative sei ebenso unbeantwortet geblieben wie ein mehr als freundlich formulierter Brief, den der Vereinsvorstand nach Bekanntwerden der Kündigung Hochkirchs noch vor Weihnachten an den Bürgermeister geschrieben hat.

Gemeinsam suchen

Darin sei Boehmer höflich das Angebot unterbreitet worden, gemeinsam nach Lösungen für ein erfolgreiches Stadtmarketing, unter anderem mit finanziellem Einsatz des Vereins, zu suchen. „Eine Reaktion ist bis heute ausgeblieben“, so der Vorstand.

Kein Geld erwartet

In offenen Gesprächen mit bereits fast allen Fraktionen des Stadtparlaments habe der Verein seine Ziele vorgestellt. Dabei sei verdeutlicht worden, dass man kein Geld von der Stadt erwarte, sondern sich vielmehr den Einsatz von Vereinskapital auch für kommunale Vorhaben vorstellen könne.

Der Stadtmarketingverein sei weiterhin zur guten Zusammenarbeit mit den städtischen Gremien und der Verwaltung bereit. „Dies gilt auch für den Bürgermeister, wenn dieser nun in Personalunion auch die Geschäfte der Kurdirektion übernimmt“, heißt es. Und weiter: „Wir werden es für den Mittelstand in Bad Hersfeld nicht verantworten, persönliche Befindlichkeiten über die positive Entwicklung der Stadt zu stellen.“ (red)

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