Kulturausschuss verzichtet auf Informationen zu den Festspielen – Verweis auf Wedel

Absetzen und abwarten

Bad Hersfeld. Das Publikumsinteresse war groß, doch es wurde enttäuscht: Auf Antrag der Neuen Bürgerliste NBL wurde der Tagesordnungspunkt „Festspiele 2015“ im Bad Hersfelder Stadtverordneten-Ausschuss für Bildung und Kultur am Mittwoch mit knapper Mehrheit abgesetzt.

Weil für den heutigen Freitag eine Pressekonferenz mit dem neuen Intendanten Dieter Wedel terminiert ist, meinte der NBL-Parlamentarier Armin Leckel auf Informationen seitens des Bürgermeisters und der Festspielverwaltung verzichten zu können. Man wolle zunächst abwarten, mit welchen Überlegungen Wedel aufwarte. Die Vertreter von CDU, FDP und Fraktionsgemeinschaft sahen das zum Entsetzen von SPD und Grünen genauso.

Strukturelle Fragen

Gerhard Finke (SPD) machte deutlich, dass es nicht nur um Wedels Vorstellungen, sondern auch um strukturelle Fragen wie Marketing, Sponsoring und Vertrieb gehe.

„Es ist traurig, dass wir uns als Parlament der Möglichkeit berauben zu erfragen, was bei den Festspielen in der Zukunft passieren wird“, formulierte Ausschussvorsitzender Dr. Thomas Handke (SPD) nach der Abstimmung in einer persönlichen Erklärung, für die er sogleich heftig kritisiert wurde.

Auch Monika Schmidt (Grüne) hatte kein Verständnis für den Verzicht der Parlamentskollegen auf Informationen.

Armin Leckel versuchte angesichts des Protestes einzulenken und gab den Ball weiter an Thomas Fehling: „Wenn der Bürgermeister etwas dazu sagen möchte...“

Der mochte nicht und verwies auf die erfolgte Absetzung des Punktes.

Dr. Handke kündigte an, dass das Thema in der nächsten Sitzung des Ausschusses erneut auf der Tagesordnung stehen wird. Außerdem soll dazu der neue Intendant eingeladen werden.

Dieter Wedel wird sich heute in Bad Hersfeld den Medien vorstellen und erste Gedanken zum angekündigten „Neustart“ der Festspiele präsentieren. Mit einem Spielplan für 2015 – so die Auskunft aus seinem Büro – ist allerdings noch nicht zu rechnen. Kommentar

Von Karl Schönholtz

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