Die Konrad-Duden-Singers feierten ihr 25-jähriges Bestehen und sagten ihrem Gründer Bernd Raacke Adieu

Abschiedsschmerz und Grusical

Bernd Raacke (im Hawaii-Hemd) und sein Nachfolger Johannes Gunkel (links) mit den Konrad-Duden-Singers. Foto: Apel

Bad Hersfeld. Hitze und tolle Musik, aber auch eine gehörige Portion Abschiedsschmerz – all das lag in der Luft, als die Konrad-Duden-Singers in der Sporthalle der Konrad-Duden-Schule (KDS) ihr 25-jähriges Bestehen feierten und mit einem fast vierstündigen Programm Abschied nahmen von ihrem Gründer, Lehrer, Freund und „Vater“ Bernd Raacke.

Denn unausgesprochen stand der als Bassist von „Dayton Quince“ bekannte Musiker im Mittelpunkt des Jubiläumsabends. Alle wollten nicht nur Eltern und Freunden, sondern vor allem ihm „bei ihm“ gelernte Musik schenken und „Danke“ sagen. Angefangen bei den sangesfreudigen Minis aus den 5. und 6. Klassen bis hin zu den Bands, die in den letzten Jahren aus der Schulband hervorgegangen sind und von denen nicht zuletzt „Reverb“ begeisterte.

Aus dem Nähkästchen

Eröffnet wurde der Sommerabend– wie konnte es anders sein – mit dem KDS-Song. Minis und Singers gaben ihr Bestes und ernteten jede Menge Applaus. Beim gleichnamigen Song der Sportfreunde Stiller, den die Minis der Weltmeisterelf widmeten, brach Jubel aus. Aber auch, als die Singers an der Reihe waren und „Save You“ von Simple Plan und „Augen auf“ von Sido interpretierten, sparten die Zuhörer nicht mit Beifall. Zwischen den Liedern plauderte Bernd Raacke ein bisschen aus dem Nähkästchen, so dass jetzt jeder weiß, dass die Singers besonders gerne „Rolling in the Deep“ von Adele singen. Darüber hinaus betätigte er sich aber auch an der Bassgitarre und an der Trommel – zusammen mit Linea Bingel (Keyboard), Tom Augustin (Gitarre) und Moritz Weiser (Schlagzeug), den aktuellen Bandmitgliedern.

Handsignierte Gitarre

Ehemalige Bandmitglieder „überbrückten“ die Zeit bis zu den Auftritten des „Acoustic Duos“ (Robin Legel und Nadine Müller) und der Gruppen „Blackout“ und „Reverb“, bei deren Dankadressen man immer wieder heraushören konnte, wie sehr sie „ihren“ Bernd schätzen. „Blackout“ rockte mächtig los und stand beim Scorpions-Hit „Here I am, Rock You like a Hurricane“ den Vorbildern in nichts nach. Nicht viel anders war es bei den sechs jungen Leuten von „Reverb“, die in Originalbesetzung antraten und unter anderem „Boys of Summer“, „All Right Now“ und die Pink-Floyd-Hymne „Another Brick in the Wall“ spielten und sangen. Als Abschiedsgeschenk überreichten sie Raacke eine handsignierte Gitarre.

Spätes Highlight

Spätes Highlight des Abends war die Uraufführung des vom angehenden Ruheständler für die Mini-Duden-Singers erdachten und in Szene gesetzten Grusicals „Pauker Attack“, in dem vieles von dem, was Schule ausmacht, auftauchte.

Zum einen das eher Negative: Dass Schüler im Mathematik-Unterricht einschlafen und dass Lehrer neuen Lehrmethoden und Medien skeptisch gegenüberstehen. Zum anderen aber auch das Positive: Dass Lehrer immer um das Wohl ihrer Schüler besorgt sind und dass das gilt, was Raacke in seinem Werk den alten Konrad Duden sagen lässt: „Väter – und nicht Pauker – sollt Ihr sein!“

Eine klug ausgedachte Handlung, originelle Lehrer-Figuren und etliche, mit passenden, neuen Texten versehene Hits ließen nach nur zwei Live-Proben ein Stück entstehen, das alle Anwesenden begeisterte. „Das war großes Kino“, erklärte freudestrahlend Schulleiterin Susanne Hofmann, die die Wertschätzung des Kollegiums mit Rosen zum Ausdruck brachte.

Im Laufe des Abends hatten auch schon Denise Pöhlmann für den Schulelternbeirat und Inge Seemann für die Lesefestival-Jury mit Festspielkarten und dem „Ehren-Dudo“ „Danke“ und „Adieu, lieber Bernd“ gesagt.

Von Wilfried Apel

Kommentare