Songwriterin Emily Smith gestaltete das letzte Konzert im Bad Hersfelder Buchcafé

Abschied mit Wehmut

Spielten traditionelle Weisen und Eigenkompositionen: Emily Smith und Jamie McClennan gestalteten das letzte Konzert vor dem Umzug des Buchcafés aus dem alten HZ-Verlagshaus an den Neumarkt. Foto: Landsiedel

Bad Hersfeld. „Farewell altes Buchcafé“ – etwas Wehmut sprach schon aus den Worten, mit denen Geschäftsführerin Mercedes Thiel die zahlreich erschienenen Gäste, darunter viele „Buchcafé-Veteranen“ zum letzten Konzert in den alten Räumlichkeiten in der Badestube begrüßte.

Nach 21 Jahren im alten HZ-Verlagshaus zieht das Buchcafé zum Monatsende in das ehemalige Parkhaus am Brink um. „Man betrachte das mit einem weinenden und einem lachenden Auge“, so Mercedes Thiel in ihrer kurzen Begrüßung und ergänzte „Wir tauschen alte, kleine Gemütlichkeit gegen neue, große Gemütlichkeit, schließlich ziehen die Kinostühle ja mit um“. Auch der ehemalige Geschäftsführer Helmut Weide-Basler ließ es sich nicht nehmen, allen Helfern und Gästen für 21 Jahre Engagement und Treue zum Buchcafé zu danken. „Wir alle haben hier eine tolle und bewegte Zeit erlebt“ konnte er mehr als zufrieden feststellen.

Dann war es auch soweit, bereits zum vierten Mal stand die aus Schottland stammende Songwriterin Emily Smith auf der Bühne des Bad Hersfelder Buchcafés. Gemeinsam mit Jamie McClennan, der sie mit der Akustikgitarre und Geige begleitete, präsentierte sie eine gelungene Mischung aus Eigenkompositionen und Interpretationen traditioneller Melodien und Texte. Mit klarer, ausdrucksvoller Stimme sang sie von kalten schottischen Winternächten oder von einem Fischer, der mit seinem Kutter zur letzten Fangreise in See sticht („The final trawl“). Einer der musikalischen Höhepunkte war sicherlich „King Orpheo“, eine mystische Ballade in bester gälischer Tradition, untermalt von einem dichten Klangteppich aus Gitarre und Akkordeon. Zwischendurch versuchte Evelyn Smith immer wieder, das Publikum zum Mitsingen der Refrains zu ermutigen, was wegen der recht komplexen Texte allerdings nur ansatzweise von Erfolg gekrönt war.

Die Sängerin nahm es mit Humor, „I know you love the choruses“ stellte sie dazu schmunzelnd fest. Erst nach drei Zugaben und dem Versprechen, nächstes Jahr ins „neue“ Buchcafe zu kommen, entließ das begeisterte Publikum die beiden Musiker von der Bühne

Von Thomas Landsiedel

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