Waldhessen stornieren Reisen – Umsatzeinbußen

Absagewelle rollt Richtung Ägypten

Bad Hersfeld. Eine Stornierungswelle schwappt Richtung Rotes Meer: Während in Kairo das Volk auf die Straßen geht, sagen die Waldhessen ihre Urlaubsreisen ab oder buchen um. Die Touristenhochburgen am Roten Meer blieben bisher zwar verschont, denn blutige Krawalle tobten lediglich in den Großstädten. Dennoch folgen die Kunden der Warnung des Auswärtigen Amts: Die Behörde rät dringend von Ägyptenreisen ab. Seither können Reisekunden kostenfrei stornieren.

„Zurzeit will kein Kunde eine Nilkreuzfahrt machen“, sagt Hans-Jürgen Mannel, Geschäftsführer des Reisebüros am Rathaus. Die Stimmung im Urlaubsland Ägypten lässt sich in etwa so beschreiben: Keiner will mehr rein, die meisten wollen raus. „Nur noch zwei unserer Kunden sind vor Ort“, erklärt Norbert Lopatta, Vertriebsleiter des Reisebüros Krug in Bad Hersfeld. Frühzeitig abreisen, so Lopatta, wollen die Zurückgebliebenen nicht.

Auch das krisengebeutelte Tunesien meiden die Waldhessen. Die ägyptische Staatskrise ist somit in Hersfeld angekommen: „Wir tragen einen wirtschaftlichen Schaden davon“, bedauert Mannel. Jede Stornierungen bedeute einen Verdienstausfall. Die Buchungen von Ägypten- und Tunesienreisen stagnieren derweil: „Die Kunden sind sehr unsicher“, sagt Lopatta. Die Reiselust der Kunden trübt das nicht – zurzeit boomen Reisen auf die Kanaren. (spi) www.auswaertiges-amt.de

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