29. Internationales Freundschaftsfest gut besucht – Appelle an die Hilfsbereitschaft

Absage an den Fanatismus

Die Angklung-Gruppe aus dem interkulturellen Zentrum (Ikuz) unterhielt die Besucher mit einigen Musikvorträgen. Fotos : Apel

Bad Hersfeld. Das Internationale Freundschaftsfest in Bad Hersfeld hat eine lange Tradition. Am vergangenen Sonntag wurde es zum 29. Mal gefeiert. Fast schon beklemmend aktuell, denn in der Welt spielt sich mehr denn je das Gegenteil von Freundschaft ab.

„Lasst uns angesichts all der zunehmenden Auseinandersetzungen, ganz wie es unser Festmotto „Gemeinsamkeiten finden – Unterschiede feiern“ vorgibt, immer wieder neu aufeinander zugehen!“, appelliert Werner Schnitzlein, der Spiritus Rector der von evangelischen Kirchengemeinden, dem Interkulturellen Zentrum (IKuZ) und weiteren Vereinen getragenen Veranstaltung, an die in großer Zahl ins Bürgerhaus Hohe Luft kommenden Gäste. Es sind Menschen mit Wurzeln in aller Herren Länder – Menschen, die sich trotz aller Verschiedenheit in der Region zu Hause fühlen.

Fröhliches Miteinander

Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz übermittelt die Grüße der Kommune. Sie lobt das fröhliche Miteinander, Integration und Völkerverständigung, und sie betont, dass das Internationale Freundschaftsfest wichtig sei für den Zusammenhalt im Landkreis. Gerade jetzt müsse von ihm das Signal ausgehen, dass das „Boot nicht voll“ sei, dass Flüchtlingen Solidarität entgegengebracht werde und dass Hilfs- und Aufnahmebereitschaft auch weiterhin das Maß der Dinge sei.

Bürgermeister Thomas Fehling spricht von „Bad Hersfelder Luxusproblemen“, die es angesichts der wirklichen Probleme zu relativieren gelte. Sahin Cenik vom Ausländerbeirat fordert dazu auf, jeder Form von Fanatismus eine Absage zu erteilen und nach besten Kräften humanitäre Hilfe zu leisten. Pfarrer Holger Grewe erinnert an die Würde eines jeden Menschen.

Endlich eröffnet Werner Schnitzlein das Buffet, das wie immer mit liebevoll zubereiteten Speisen gespickt ist. Lange Schlangen bilden sich, denn die meisten überlegen einfach zu lange, ob sie ihre Hähnchenkeule persisch, afghanisch oder vietnamesisch garnieren sollen. Doch dann erklingt Bambusmusik von der Angklung-Gruppe, traditionelle und dem Beatles-Hit „Yesterday“ nachempfundene. Der Frauenchor „Rjabinuschki“ steckt an mit seiner Fröhlichkeit und besingt mit russischer Seele Babuschka und Kalinka. Es folgen orientalische Tänze von der Kinder- und Jugendgruppe „Sterna“ sowie von Alireza und Neda Zarin, Sri-Lanka-Tänze und ein wunderbarer Auftritt der bezaubernden Lea Nadira Olfermann.

Ganz anders kommt die Kindergruppe der Tanner Volkstanzgruppe daher. Zu „Live-Musik“ aus Nadine Dingers und Fabian Feists „Quetschkommoden“ lassen sie den „Spielmann“ auferstehen. Letztendlich versteht es die Leiterin Marion Scherer sogar, Kinder von anderen Gruppen zum Mittanzen zu animieren. Mir nichts dir nichts geht es auf die Philippinen, ehe die jungen Leute der Stadtjugendpflege und der Tanzschule Fründ das Tanzbein schwingen. Gute Gespräche tun ein Übriges, dass es wirklich ein Nachmittag des Miteinanders wird.

29. Internationales Freundschaftsfest in Bad Hersfeld

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