Lehrer-Vertretung fordert mehr Referendare

Absage an Bewerber mit Mangelfächern

Hersfeld-Rotenburg. Zwei Drittel der über 3000 Bewerber für ein Referendariat in Hessen haben für den Einstellungstermin am 1. November eine Absage erhalten. Das kritisiert der Gesamtpersonalrat (GPRLL), der alle Lehrer in den Kreisen Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner vertritt, in einem Brief an Kultusministerin Henzler.

Dem Studienseminar in Eschwege mit der Außenstelle in Bad Hersfeld würden deutlich weniger Referendare zugewiesen, obwohl es hessenweit für viele Fächer keine Lehrkräfte mehr gebe. Absagen erhielten jetzt auch Bewerber mit Mangelfächern, die in den Schulen händeringend gesucht werden, etwa für Mathematik, Physik, Englisch, Chemie oder Religion für das Lehramt an Haupt- und Realschulen oder für Gymnasien.

Empört ist der Gesamtpersonalrat darüber, dass das Amt die Bewerber dazu auffordert, die Wartezeit mit einem Vertretungsvertrag an einer Schule zu überbrücken. „Dies zeigt“, so der Vorsitzende des GPRLL, Johannes Batton, „dass wir aufgrund des aktuellen Lehrermangels und vor allem auch mit Blick auf die Pensionierungswelle der nächsten Jahre nicht weniger, sondern mehr Ausbildungsplätze für alle Lehrämter brauchen.“ Kürzungen seien zukunftsfeindlich und stünden im Widerspruch zu den Werbekampagnen „Hessen sucht Lehrer“ der letzten Jahre.

Situation an Studienseminar

Der GPRLL kritisiert weiter, dass sich die Situation in den Studienseminaren zum August 2012 dramatisch verändern werde. Fast alle Ausbildungsaufträge würden dann beendet. Schulische Lehraufträge junger Kollegen im Angestelltenverhältnis müssten beendet werden, weil die Referendare künftig an den Schulen acht statt wie bisher sechs Stunden eigenständigen Unterricht halten müssten. Die Verlagerung vieler Module von Eschwege und Bad Hersfeld nach Kassel, Fritzlar und Fulda seien zu erwarten, wodurch der Zeitaufwand der Referendare erheblich erhöht würde.

Der Gesamtpersonalrat fordert eine Abkehr von der Politik der Kürzungen und eine zukunftsorientierte Ausweitung der Stellen zur Ausbildung von Lehrkräften. Schüler bräuchten qualifizierten Unterricht durch ausgebildete Lehrer, nicht durch Aushilfskräfte, wie es immer mehr gängige Praxis werde. (ank)

Kommentare