Haus wird wohl erst Anfang 2016 abgetragen – Stützmaßnahmen notwendig

Abriss am Kirchtor verzögert sich

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Begutachteten gestern noch einmal das vor dem Abriss stehende Doppelhaus am Kirchtor in Bad Hersfeld: (von links) Alexandra Kohn (Firma Prokon), Bauamtsleiter und Denkmalpfleger Johannes van Horrick, Statiker Helmut Gies und Thomas Hoffmann (Bauleiter der Abrissfirma Schnittger). Voraussichtlich Anfang 2016 kann mit dem Abbruch begonnen werden.

Bad Hersfeld. Weil der Zustand des baufälligen Doppelhauses am Kirchtor in Bad Hersfeld noch schlechter ist, als zunächst gedacht, verzögert sich der Zwangsabriss der Problemimmobilie noch um etwa vier Wochen.

Voraussichtlich Anfang 2016 wird nun mit dem Abbruch begonnen. Entkernt wurde das historische Gebäude bereits, in dem zuletzt nur noch das Second-Hand-Geschäft Antik & Schönes untergebracht war. Bewohnt war das Haus laut Bauamtsleiter und Denkmalpfleger Johannes van Horrick schon lange nicht mehr.

Bis etwa ins 14. Jahrhundert zurück reicht die Geschichte des Objekts, das im Lauf der Zeit mehrfach umgebaut wurde. Auch Spuren aus dem 15. bis 18. Jahrhundert finden sich dort, berichtet van Horrick. Zusammen mit Statiker Helmut Gies und Thomas Hoffmann als Bauleiter der Abrissfirma Schnittger war er am Dienstagmorgen vor Ort, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Alexandra Kohn als Vertreterin der Firma Prokon, die auch den Abriss im Schilde-Park begleitet hat, suchte nach möglichen Schadstoffen, wie Holzschutzmittel, die besonders entsorgt werden müssten.

„Der Zustand des Gebäudes hat sich schlechter dargestellt, als zunächst gedacht. Es gibt noch einige Schwachpunkte“, erklärt van Horrick die Verzögerungen. Dazu zählten der Holzpfeiler im Durchgang und Schäden im Übergangsbereich des Doppelhauses. „Das Haus bewegt sich“, verdeutlicht der Bauamtsleiter.

Weitere Stützmaßnahmen seien notwendig, um einen kontrollierten Abbruch zu gewährleisten und Kollateralschäden zu vermeiden. Schließlich sei es das Ziel, das Torhaus mit seiner Bedeutung für Bad Hersfeld zu erhalten. Nach den jüngsten Plänen könnte ein Neubau mit Wohnbebauung das alte Gebäude ersetzen.

Laut Statiker Gies werden nun die Abstützungen berechnet und von einer Fachfirma gebaut. Das könnte drei bis vier Wochen dauern, und erst danach könne der Abriss erfolgen. Von oben nach unten, Stockwerk für Stockwerk, soll dieser erfolgen. Dabei müssen erst die Dachziegel per Hand entfernt werden, bevor der Bagger zum Einsatz kommt.

Um wieder etwas mehr Parkraum für die Besucher der Innenstadt zu schaffen, wird darüber nachgedacht, den abgesperrten Bereich zum Markt hin vorläufig zu verkleinern. In den vergangenen Wochen war die Absperrung im Bereich des Torbogens immer wieder geöffnet worden.

Von Nadine Maaz

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