Zwischen Baugrube und Baggersee: Alle machen das Beste aus der Sahara-Hitze

Abkühlung ist gefragt

Trinkpause: Mit reichlich Flüssigkeit überstehen die Spielerinnen des 1. FFC Frankfurt, hier Fußball-Nationalspielerin Lira Bajramaj, ihr Trainingslager in Bad Hersfeld bei hochsommerlichen Temperaturen. Foto: Eyert

Hersfeld-Rotenburg. In der Sahara-Hitze sind alle gleich – ob Fußball-Star oder Otto-Normalbürger: Alle schwitzen. Zum Beispiel die Bundesliga-Fußballerinnen des 1. FFC Frankfurt, die am Sonntag in Fulda bei 38 Grad gegen den FC Barcelona gewonnen haben. Gestern ging die Wärmeschlacht bei schwülen 32 Grad im Hessen-Stadion gleich weiter. Kein Baum bietet Schatten, die Sonne brennt gnadenlos.

Doch die Mannschaft ist fit und bei ausreichend Trinkpausen ist auch das Training bei den heißen Temperaturen zu ertragen. In den Pausen oder beim Dehnen werden dann möglichst schattige Plätze aufgesucht. „Wir wollen uns nicht beschweren, sondern sind froh, wenn es warm ist“, erzählt Trainer Sven Kahlert.

Nach dem Training gehen die Fußballerinnen sogar noch in die Sauna, die ihnen wie das Schwimmbad im Hotel Thermalis in Bad Hersfeld exklusiv zur Verfügung steht. „Die Hitze ist zwar nicht normal, aber wir versuchen mit dem Wetter klarzukommen. Persönlich habe ich keine Probleme beim Training, doch wäre es noch heißer, wäre die Gesundheit in Gefahr“, erzählt Nationalspielerin Simone Laudher.

Es geht noch heißer

Eine richtig heißen Arbeitsplatz hatten gestern zum Beispiel Torsten Missal und Michael Steinwachs von der Straßenbau-Firma Räuber. Die beiden Männer tragen ihren Teil zur Sanierung der Nürnberger Straße in Lispenhausen bei – und klagen nicht. „Heiß? Da hätten Sie vergangene Woche mal fragen sollen, als wir asphaltiert haben: Über 100 Grad von unten und dann noch etliche von oben. Das war heiß“, erzählen sie. Die Straßenbauer kennen ein Gegenmittel: „Viel trinken.“
„Genügend Wasser trinken und rechtzeitig damit anfangen“, sind sich auch die Mitarbeiter des Imbisswagens auf dem Bad Hersfelder Marktplatz einig. Die warmen Temperaturen schienen Zaher Abassi und seine Kolleginnen jedenfalls nicht zu beeindrucken, als sie am Mittag Currywurst und Gyros zubereiteten.

Krawatte bleibt dran

Trotz hochsommerlicher Hitze: „Die Krawatte bleibt an“, sagt Wolfgang Kurth von der Sparkasse Hersfeld-Rotenburg. Allerdings sei der Dresscode für Bankkaufleute etwas gelockert. „Der oberste Knopf des Hemdes darf geöffnet werden und auch Halbarmhemden sind erlaubt“, sagt Kurth. „Jackets dürfen bei diesem Wetter ausgezogen werden“, sagt auch Ronald Englich von der VR-Bank Hersfeld-Rotenburg. Die Bankräume seien klimatisiert, deshalb sei die korrekte Kleidung kein Problem. „Aber Fip-Flops gibt es natürlich nicht“, sagt Englich.

Die Badegäste am Breitenbacher See hingegen erfreut das Wetter. „Ich bin froh, dass es endlich richtig warm ist. Das Wasser wärmt sich dadurch schnell auf. Das Schwimmen ist bei dieser Hitze viel schöner“, freut sich Ute Holzhauer. Ehemann Walter Holzhauer hätten 25 Grad auch gereicht. „Solange man sich abkühlen kann, ist es aber schön.“ (sch/sis/jce/khj)

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