Verhandlungen mit AfM gescheitert – Prof. Heinrich entmachtet

Abgesang für die Oper: Jetzt übernimmt Dieter Wedel

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Die Verhandlungen mit dem AfM sind endgültig gescheitert. Festspiel-Intendant Dieter Wedel übernimmt die künstlerische und organisatorische Gesamtverantwortung für alle Sparten der Festspiele.

Bad Hersfeld. Die Verhandlungen mit dem Arbeitskreis für Musik (AfM) über die Zukunft der Bad Hersfelder Opernfestspiele sind endgültig gescheitert. Das hat der Magistrat nach mehr als einem Jahr zäher Gespräche einstimmig beschlossen.

Gleichzeitig wurde Festspiel-Intendant Dieter Wedel die künstlerische und organisatorische Gesamtverantwortung für alle Sparten der Bad Hersfelder Festspiele übertragen. Der bisherige künstlerische Leiter der Opernfestspiele, Prof. Siegfried Heinrich, ist damit faktisch kaltgestellt.

Rückendeckung erhält die Stadt von der Landesregierung. Kunst-Minister Boris Rhein hatte erneut bekräftigt, dass Oper und Theaterfestspiele künftig unter der Intendanz von Dieter Wedel stattfinden sollen. Das Land sagte zu, die Oper aber auch weiterhin finanziell stark zu unterstützen.

Ob es allerdings im kommenden Jahr überhaupt eine Operninszenierung in der Stiftsruine geben wird, ist derzeit offen. Bei einer Pressekonferenz erklärte Wedel gestern, er denke „über verschiedene Möglichkeiten nach“. Dazu gehören offenbar auch Überlegungen, die Inszenierung eines anderen Opernhauses für Bad Hersfeld einzukaufen. Eine Mitwirkung des AfM schloss Wedel aber zumindest für das kommende Jahr kategorisch aus. Wedel bedauerte das Scheitern der Gespräche, verteidigte aber erneut die Entscheidung, Oper und Schauspiel unter seiner Intendanz zusammenzuführen. Er wolle die Oper nicht „annektieren“, wohl aber ein Mitspracherecht haben, wenn er dafür seinen guten Namen gibt.

Auch Bürgermeister Thomas Fehling bedauerte das Aus der Verhandlungen mit dem AfM. „Ich hätte mir eine einvernehmliche Lösung gewünscht, aber es war notwendig, jetzt Planungssicherheit für 2016 zu schaffen.“

Prof. Siegried Heinrich war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. (kai)

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