Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt sieht Wohnanlagen-Projekt skeptisch

Abgelehnt, weil zu groß

An der Ecke Fuldastraße/Eichhofstraße in Bad Hersfeld sollte eine neue Wohnanlage entstehen. Doch der Bauausschuss lehnte ab.

Bad Hersfeld. Auf der einen Seite steht die Chance, denkmalgeschützte Gebäude zu sanieren und neu zu beleben. Demgegenüber steht das wirtschaftliche Interesse des Investors, der mit einem Neubau in zweiter Reihe den erhöhten Aufwand für die historischen Backsteinhäuser gegenfinanzieren möchte: In diesem Zwiespalt befand sich jetzt der Ausschuss für Stadtplanung und Umwelt der Bad Hersfelder Stadtverordnetenversammlung, als er sich an Ort und Stelle über die geplante Wohnanlage an der Ecke Eichhofstraße/Fuldastraße informierte.

Am Ende gab es eine vorläufige Absage für den Alheimer Architekten Heinz-Wilfried Jähnert, dessen Bauvorhaben als zu groß empfunden wurde. Der Ausschuss befand sich damit in Einklang mit der Sichtweise der Denkmalpflege, die Jähnerts Pläne ebenfalls für überdimensioniert hält.

Stein des Anstoßes ist der Neubau, der fast die gesamte Gartenfläche belegen würde. Elf Wohnungen waren hier vorgesehen. Etwa genauso viele würden in den beiden Altbau-Gebäuden aus der Gründerzeit eingerichtet.

Um zumindest den größten Teil der Grünfläche zu erhalten, schlagen Denkmalpflege und die städtische Bauverwaltung eine „Verschwenkung“ des Neubaus in den Bereich der jetzigen Garagen vor. Hier müsste Jähnert jedoch Abstriche machen und bekäme nur noch sieben bis acht Wohnungen unter.

„Das war’s dann“, grummelte Jähnert nach dem einmütigen Abstimmungsergebnis, denn nun sei das Projekt nicht mehr wirtschaftlich umzusetzen.

Im Nachgespräch wollte der Architekt, der in Bad Hersfeld zuletzt die Wohnanlage auf dem Gelände der alten Ziegelei in der Stresemannallee bauen ließ, jedoch nicht alle Türen zuschlagen und vereinbarte, mit der Bauverwaltung in Kontakt zu bleiben.

Nach Jähnerts Auskunft ist der Bedarf bei Eigentumswohnungen in Bad Hersfeld noch immer groß. Die Immobilie in der Stresemannallee sei komplett verkauft, und für sein neues Vorhaben gebe es bereits erste Anfragen.

Von Karl Schönholtz

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