Evangelische Kreissynode behandelt erneuerte Trau-Regeln und Diakonieplan

Ja – aber mit Gottes Hilfe

Erste Sitzung im neuen Martin-Luther-Haus am Kirchplatz in Bad Hersfeld: Bei einer Gegenstimme billigte die Kreissynode den gerade noch einmal ausgeglichenen Doppelhaushalt 2012/13 des Kirchenkreises Hersfeld. Foto: Apel

Bad hersfeld. Von Premieren gekennzeichnet war die Herbstsynode des evangelischen Kirchenkreises Hersfeld. Erstmals begann sie in der Stadtkirche mit einer von Pröpstin Sabine Kropf-Brandau gehaltenen Andacht, erstmals fand sie im großen Tagungsraum des gerade eingeweihten Martin-Luther-Hauses statt und erstmals wurde über die fortgeschriebene Rahmenplanung für die Diakonie, über die erneuerte Trauagende und einen Doppelhaushalt 2012/13 diskutiert.

Diakoniepfarrerin Jutta Preiß-Völker und vier Mitglieder des Kreisdiakonieausschusses stellten dem 90-köpfigen Kirchenparlament die in gut einjähriger Arbeit erstellte Rahmenplanung für Diakonie vor, ein 68 DIN-A4-Seiten starkes Heft. Darin werden die gesellschaftlichen Veränderungen der vergangenen zehn Jahre und die Auswirkungen auf die die Sozialarbeit der Kirche geschildert

Nach außen sichtbar machen

Darüber hinaus werden Schlussfolgerungen gezogen und Planungsziele festgelegt. Von Fachkräften geleistete Arbeit, die künftig noch besser vernetzt und nach außen sichtbar gemacht wird, soll auch weiterhin das Markenzeichen der Diakonie sein.

Auch wenn der Bad Hersfelder Pfarrer Rainer Bätzing sich über die „schreckliche inhaltsleere Plastiksprache“ des Planes mokierte und beklagte, dass die diakonische Arbeit der Kirchengemeinden zu wenig gewürdigt werde, wurde das Programm von der großen Mehrheit der Synodalen begrüßt und verabschiedet.

Der Entwurf der erneuerten Trauagende, von der Liturgischen Kammer und vom Rat der Landeskirche erarbeitet und vom Raboldshäuser Pfarrer Frank Weber vorgestellt, stieß auf positive Resonanz. Die Agende wird von der Pfarrerschaft als „Arbeits- und Werkbuch für Trauungen“ herangezogen. Mit Nachdruck sprach sich die Synode jedoch dafür aus, dass das „Ja“ im Regelfall mit dem Zusatz „…mit Gottes Hilfe“ gesprochen wird. Mit sieben Stimmen Mehrheit ordnete sie die „Trauandacht“ als ausbaubare Form für die Segnung von Menschen ein, die in eingetragener Lebenspartnerschaft leben.

Gruß der Katholiken

Zu Beginn des Treffens hatte Monsignore Bernhard Schiller als der „kleinere, aber ältere Bruder“ die Grüße der katholischen Christen übermittelt und betont, dass es wichtig sei, „beim Anderen in den Spiegel zu schauen und ihm die Wahrheit zuzumuten, die jeder von uns in sich trägt.“ Die Grüße der Kreisstadt hatte Stadtrat Valentin Wettlaufer überbracht. Ausgleich...

Von Wilfried Apel

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