Sabine Kampmann beeindruckt mit ihrem Benefiz-Konzert für das Frauenhaus

Ein Abend unter Freunden

Mit dunklem, warmen Timbre interpretierte Sabine Kampmann Johnny-Cash-Songs im Buchcafé und überzeugte die Gäste ihres Benefiz-Konzerts.

BAD HERSFELD. Nomen est omen: „Lass leuchten…“ hieß Sabine Kampmanns Konzert mit Gesang, Kunst und Lyrik am vergangenen Freitag im Buchcafé. Und es leuchteten nicht nur die Augen der Beschenkten des Vereins „Frauen helfen Frauen“, die Augen der Zuschauer leuchteten ebenso, genau wie die der Künstlerin selbst ob der positiven Resonanz.

Viele ihrer Gäste begrüßt Sabine Kampmann persönlich in der Wohnzimmer-Atmosphäre des Buchcafés. Gemälde mit christlichem Bezug schmücken die Bühne. Die Diakonin malt, singt und dichtet. Noch bis Ende Mai sind 50 ihrer Bilder im Foyer des Altenzentrums Hospital zu bewundern.

Lebensreise

Für das Benefiz-Konzert lädt sie zu einer Reise ein. „Texte und Bilder haben auch mit mir zu tun“, sagt die Hersfelderin. Aber schnell wird klar, dass es um die Lebensreise geht, die jeder mit der Geburt antritt, um Krisen und darum, sie mit Hoffnung und Liebe durchzustehen. „Setze heilige Zeichen wider trostlose Zeiten“, heißt es in ihrem ersten Text, „fülle die Männer und Frauen mit dem Geschmack des Lebens trotz aller Totenklage…“

Nachdenkliche Gelassenheit

Ihre Stimme wärmt und verbreitet nachdenkliche Gelassenheit. Und ihr Gesang fühlt sich an wie ein Sahnebonbon: Süß und hart vermittelt es Glücksgefühle auch in schwierigen Zeiten.

Die Lieder stammen hauptsächlich aus dem Repertoire von Johnny Cash, ergänzt durch Van-Morrison-Titel und Gospels. Sie singt über göttlichen Schutz, himmlisches Geleit, menschliches Leid und Einsamkeit, bevor sie, passend zum Abend „Frauen helfen Frauen“, als erstes das Bild des Planeten Venus vorstellt, der aus einer Plazenta entspringt.

Lieder, Texte und Bilder folgen dem Zyklus von der Zeugung über die Geburt bis zu Tod und Auferstehung.

Trotz des schwierigen Themas nimmt die 48-Jährige kleine Stolpersteine mit Humor und Vertrauen. Als die Gitarre nach dem dritten Stimmversuch in ihren Ohren noch immer nicht optimal klingt, bittet sie um Hilfe. Ein musikalischer Gast zieht die Saiten nach, murmelt: „Ganz schön viel dran rumgedreht“ und sie lächelt: „Ich war so nervös“. Dabei hatte der größte Teil des Publikums nach eigenem Bekunden die Disharmonie gar nicht bemerkt.

Authentizität

Diese Authentizität spricht sowohl aus den Liedern, wie auch aus den Texten anderer Autoren, ganz besonders aber aus ihren eigenen Texten und Bildern. So zeigt sie, dass ihre Worte keine hohlen Phrasen sind und entlässt ihre erholten Zuhörer in eine ruhige Nacht, der ein hoffnungsvoller Tag folgen kann.

Von Dagmar Urban

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