Etwa 200 Besucher bei Informationsveranstaltung in Rotenburg

380 kV-Leitung: Trend geht zur West-Trasse

Rotenburg. Noch wird der mögliche Trassenverlauf der 380kV-Höchstspannungsleitung vom niedersächsischen Wahl nach Mecklar im Kreis Hersfeld-Rotenburg geprüft. Doch die Tendenz geht – vor allem aus naturschutzrechtlichen Gründen – zur West-Trasse. Das erklärte Claus Schiffner, Projektleiter beim Regierungspräsidium, am Donnerstag bei einer Informationsveranstaltung in Rotenburg.

Eingeladen hatte das Regierungspräsidium. Neben Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke und seinen Projektmitarbeitern Schiffner und Wolfgang Weber, saßen Rotraud Hänlein von der Deutschen Umwelthilfe, Jens Siegmann vom Netzbetreiber TenneT und Dr. Hauke Brüggemeyer, Sachverständiger der Strahlenschutzkommission, auf dem Podium. Kai Struthoff, Redaktionsleiter unserer Zeitung, moderierte vor etwa 200 Zuhörern.

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Geprüft wurde bereits, ob und wo die Trassen „raumverträglich“ verlaufen könnten. Basis ist schlicht: Dort, wo schon etwas ist, kommt noch etwas hin. Also, wo bereits Stromtrassen verlaufen, kann eine weitere hinzukommen. „Es wird gebündelt“, erklärte Schiffner.

Berücksichtigt werden weiter die Querungen von Wohnsiedlungen, Sportplätzen und Grünanlagen sowie die von Natur- und Landschaftsschutzgebieten. Auch die vorgegebenen Abstände von 200 Metern zu Wohnsiedlungen fließen in die Bewertung ein. Bei der Ost-Trasse liegen die Widerstände, also Raumunverträglichkeiten, um ein Sechsfaches höher als bei der West-Trasse, berichtete Schiffner.

Die Trasse wird jedoch in ihrer Gesamtheit beurteilt, darauf wies der Regierungspräsident hin. „Es wird nicht dazu kommen, dass Niedersachsen im Osten rauskommt und wir im Westen weiterbauen“, ergänzte Schiffner. Der Erörterungstermin der Behörden ist für den 4. April geplant.

Von Silke Schäfer-Marg

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