Zahl der Betroffenen steigt – Pflegereform bringt Verbesserungen

2000 Menschen im Kreis leiden an Demenz

Hersfeld-Rotenburg. Mehr als 2000 Menschen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg sind nach Hochrechnungen mittelschwer bis schwer an Demenz erkrankt. Mit der steigenden Alterung der Bevölkerung nimmt ihre Zahl kontinuierlich zu. Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung hat errechnet, dass es im Kreis schon 2025 etwa 2470 Demenzkranke je 100 000 Einwohner geben wird.

Die Zahlen basieren auf einer Hochrechnung, die das Institut für seinen Demenz-Report 2011 angestellt hat. Danach gibt es die wenigsten Demenzkranken deutschlandweit im Kreis Vechta mit 1180 Erkrankten auf 100 000 Einwohner, die meisten im sächsischen Hoyerswerda mit geschätzt 2190 demenziell Erkrankten. Im Kreis Hersfeld-Rotenburg sind es 1734 Erkrankte auf 100 000 Einwohner. Er liegt damit über dem Bundesdurchschnitt von 1600. Die Zahlen betragen in den benachbarten Kreisen: 1617 für Schwalm-Eder und 1787 für Werra-Meißner.

Im statistischen Mittel stellt sich bei jedem dritten Menschen, der über 65 Jahre wird, im Laufe seines Lebens eine Demenz ein.

Die für dieses Jahr angekündigte Pflegereform soll Verbesserungen für die Versorgung Demenzkranker bringen. Weil die Erkrankten oft noch körperlich relativ fit sind, ist es bisher schwierig gewesen, eine der drei Pflegestufen bewilligt zu bekommen, den Angehörigen fehlt häufig das Geld, um sich Hilfe leisten zu können. Die Pflege bleibt dann an den Familien hängen, die damit überfordert sind.

Dies soll sich mit der bis zur Mitte des Jahres angekündigten Pflegereform ändern. Durch eine Erhöhung des Beitragssatzes zur Pflegeversicherung um 0,1 Punkte stehen der Pflegeversicherung 1,1 Milliarden Euro mehr zur Verfügung. Damit soll vor allem die ambulante Betreuung für an Demenz Erkrankte ausgebaut werden.

Nach Schätzungen soll sich die Zahl der Demenzkranken bis zum Jahr 2050 verdoppeln. (bal/ank)  zum tage

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