Festakt der SPD im Bad Hersfelder „wortreich“ im Zeichen eines einheitlichen Europas

150, aber kein bisschen alt

Diskutierten über Europa (von links): Festspiel-Intendant Holk Freytag, SPD-Landtagsabgeordneter Torsten Warnecke, Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn, Laura Garavini, italienische Parlaments-Abgeordnete, sowie Michael Roth, Mitglied des Bundestags. Foto: Spanel

Bad Hersfeld. Nach ihren eigenen Agenda-Maßstäben hätte die SPD schon längst in Rente gehen können. Dass aber auch mit 150 Jahren noch lange nicht Schluss sein muss, bewies ein Festakt im Erlebnis-Museum „wortreich“: Auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Michael Roth feierte die Bad Hersfelder SPD am Dienstagabend den runden Geburtstag der Partei.

„Der Einsatz für die sozialdemokratischen Grundwerte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität hat niemals an nationalstaatlichen Grenzen haltgemacht“, stimmte Roth die versammelten Genossen auf einen Abend im Zeichen Europas ein. „Die Idee der Sozialdemokratie war, ist und bleibt global geprägt.“ Auch Parteigrenzen wurden – zumindest für ein paar Stunden – außer Kraft gesetzt. Neben Bad Hersfelds Bürgermeister Thomas Fehling (FDP) war auch Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt (CDU) erschienen, um den Ehrengästen des Abends, Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn, der italienischen Abgeordneten Laura Garavini sowie dem Festspielintendanten Holk Freytag zu lauschen.

Was 1863 als emanzipatorische Bewegung der deutschen Arbeiter begonnen habe, nehme heute eine viel weitere Dimension ein, so Roth. Die SPD könne mit ihren Grundwerten Ideengeber für Europa sein.

Eintreten für Europa

„Dankbar, als kleiner Luxemburger“ in Bad Hersfeld sprechen zu dürfen, zeigte sich Jean Asselborn. Der Außenminister gewährte einen Blick hinter die Kulissen der Europapolitik und mahnte, dass das außenpolitische Schicksal Deutschlands eng mit der europäischen Union verknüpft sei. In außenpolitischen Fragen dürfe man nicht in Gleichgültigkeit verfallen: „Wir sind eine Schicksalsgemeinschaft.“

Die italienische Abgeordnete Laura Garavini, die auch die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt und jüngst als Zuständige für die Ressorts Europa, Integration und Kultur ins Schattenkabinett von SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel berufen wurde, machte sich ebenfalls für Europa stark. „Aufklärung, Demokratie, die Achtung der Menschenwürde – das alles sind die Errungenschaften, die uns Europäer verbinden.“

Nicht ganz so optimistisch zeigte sich dagegen Holk Freytag. „Die Kultur wird von den europäischen Staaten nicht so praktiziert, wie es eigentlich sein sollte.“

Eine Wohltat seien dagegen Aktionen wie das Bad Hersfelder Jugendforum Europolis 2050. „Wie junge Menschen über die Zukunft Europas philosophieren, ist eine Freude.“ Sein Traum von Europa sei ein einfacher: „Wir müssen an einem Gesellschaftsbild arbeiten, und nicht ausschließlich an die Wirtschaft denken.“

Von Emily Spanel

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