Bad Hersfelder Konrad-Duden-Stadtbibliothek 2010 mit über 220 000 Ausleihungen

Tag für Tag 1250 Medien

1250 Medien werden in der Konrad-Duden-Stadtbibliothek an jedem Öffnungstag ausgeliehen – so viele, wie auf die sechs Wagen rund um das Team der Bibliothek gepackt sind. Unser Foto zeigt von links die Praktikantin Manuela Tadaewski, die Auszubildenden Teresa Albrecht und Annika Daube sowie Angela Krüger und Sandra Rudolph mit ihrem Chef Frank Effenberger. Foto: Schönholtz

Bad Hersfeld. Exakt 220 869 Medien hat die Konrad-Duden-Stadtbibliothek im vergangenen Jahr ausgeliehen – also durchschnittlich 1250 Bücher, CDs, DVDs oder virtuelle Medien an jedem Öffnungstag.

Wie Bibliotheksleiter Frank Effenberger bei der Vorstellung der Bilanz erläuterte, hat das klassische gedruckte Buch dabei seine Vormachtstellung längst eingebüßt: 86 749 Entleihungen von Printmedien standen 134 027 Medien gegenüber, die zum Non-Book-Bereich zählen. Damit sind beispielsweise Hörbücher, Filme oder Computerspiele gemeint.

Auch die virtuellen Medien, also Dateien zum Herunterladen auf den Computer, spielen eine immer größere Rolle: Die hohe Zahl von 15 130 Ausleihungen im vergangenen Jahr erklärt sich auch durch den sogenannten Onleihe-Verbund mit anderen Bibliotheken.

4200 Kunden

Die rund 220 000 ausgeliehenen Medien des vergangenen Jahres verteilen sich auf 4200 aktive Nutzer der Bibliothek. Effenberger wies allerdings darauf hin, dass etliche Kunden nicht nur für sich selbst, sondern Mütter beispielsweise auch für ihre Kinder ausleihen.

610 Entleiher waren jünger als 13 Jahre, 423 Entleiher 60 und älter. Die Zahl der neuen Bibliotheksnutzer summierte sich übers Jahr auf 859.

Sinkender Etat

Unter dem Eindruck der Finanzkrise wurde der Etat der Stadtbibliothek für Neuanschaffungen in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurückgefahren. Standen 2008 noch 80 000 Euro für die Ergänzung des Bestands durch aktuelle Medien zur Verfügung, so ging es in den beiden folgenden Jahren in 5000er-Schritten rückwärts. Die 70 000 Euro aus dem Etat 2010 reichten für 3573 Zugänge im Bestand. Dazu kommen noch etwa einhundert Zeitschriften- und Zeitungsabonnements. 1542 Medien wurden im vergangenen Jahr aussortiert.

Für 2011 wird der finanzielle Einschnitt allerdings noch tiefer: Lediglich 54 000 Euro stehen im städtischen Haushalt, für die Frank Effenberger Neues einkaufen kann. „Dieses Geld müssen wir eben intelligent einsetzen,“ sagte Effenberger, „aber ich habe auch die Hoffnung, dass sich unser Etat in Zukunft wieder normalisiert.“

Von Karl Schönholtz

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