Nichts. Noch einmal drückt Clemens Neese den Starterknopf, doch mehr als ein hilfloses Gurgeln kann er dem Anlasser nicht entlocken, der Sechszylinder erwacht partout nicht zum Leben.

© IWP
Endlich fährt sie: Geschäftsführer Clemens Neese zeigt, wo und wie die einzelnen Bauteile der Horex VR6 Roadster zusammengesetzt werden.
Es war, als sei die verhinderte Startprozedur beim sogenannten Rollout des ersten Motorrads in der vergangenen Woche in Augsburg symptomatisch für die bisherige Geschichte der Traditionsmarke Horex seit ihrer Wiederbelebung vor drei Jahren. Nach einer kleinen Verschnaufpause für die Batterie und mit etwas Starthilfe lief der VR6-Motor dann doch noch, und der Geschäftsführer konnte die ersehnte Proberunde im Firmenhof drehen.
Verkaufsziel in diesem Jahr sind 400 Exemplare, 2013 sollen es dann etwa1000 Stück sein. Schnäppchenjäger werden es schwer haben: Es gibt keine Rabatte, keine Schnäppchen im Internet. „Wir verkaufen das Motorrad überall zum selben Preis“, betont Fritz Rombach, Vize- Präsident Sales und Services bei Horex. Das schützt die Marke, den Vertrieb und das Image.
Gebaut werden die Motorräder in der Manufaktur in Augsburg- Kriegshaber. „Ein Mann baut ein Motorrad“, erklärt Clemens Neese das Prinzip. An vier Montageplätzen werden die Bikes in der Halle mit der großen Glasfront gefertigt, und jede Horex entsteht erst nach einer verbindlichen Bestellung. „Wenn das Motorrad gebaut ist, dann fährt es zur Tür raus und direkt zum Kunden.“ Die haben offenbar sehnsüchtig auf den Sechszylinder gewartet: Rund 70 verbindliche Bestellungen für die VR6 Roadster kann Fritz Rombach bereits jetzt stolz vermelden.
VOLKER PFAU
Gegründet wurde die Horex-Fahrzeugbau AG von Fritz Kleemann im Jahr 1923 in Bad Homburg. Der Name setzt sich zusammen aus Homburg und dem Warenzeichen Rex der elterlichen Konservenglasfabrik. Gleich im ersten Jahr wurde ein Motorrad mit einem 248-ccm-Einzylinder gebaut. 1950 wurde das Modell Regina präsentiert, im Jahr darauf die Imperator. 1956 endete die Motorradproduktion, 1960 übernahm Daimler Benz die Werksanlagen, die Namensrechte wurden an Friedel Münch verkauft, danach an diverse weitere Firmen, bis sie 2009 Clemens Neese erwarb. Vor einem Jahr fiel die Entscheidung, die neu entwickelten VR6-Motorräder in einer Manufaktur in Augsburg-Kriegshaber zu bauen.



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